Von einer Einkaufsgemeinschaft für Wildzäune hat sich die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kitzingen in 40 Jahren zu einem Wirtschaftsverein mit einem Volumen von rund zwei Millionen Euro entwickelt, wie der alte und neue Vorsitzende Josef Mend in der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend in Iphofen in seinem kurzen Jahresrückblick sagte. Die Jubiläumsfeier im September war denn auch der Höhepunkt des abgelaufenen Jahres für die FBG.

Forstwirtschaftlich war das Jahr dann doch eher unspektakulär, ohne große Schadereignisse und einem Holzpreis auf stabil hohem Niveau. Dazu konnte die FBG wieder neue Waldpflegeverträge abschließen. Angesichts des Personalstands müsse sich die Gemeinschaft allerdings künftig die Frage stellen, inwieweit solche Verträge und die Dienstleistungen noch ausgeweitet werden können. Dies wird sicher den neuen Vorstand in den kommenden Jahren beschäftigen. Forstpolitisch kann die Gemeinschaft ab 2015 mit neuen Förderrichtlinien, aber auch neuen Fördermitteln rechnen.

Ein noch ungelöstes Problem im Wald ist das Schwarzwild. Auch der Wildverbiss durch Rehe begleitet den Vorsitzenden bereits durch seine gesamte Amtszeit. Hatte es zwischenzeitlich den Anschein der Besserung, so tritt derzeit wieder eine Verschlechterung ein. 2015 wurde als Waldnaturschutzjahr ausgerufen, in dem die Bedeutung des Waldes als Forst, also Wirtschaftsfaktor, aber auch als Natur der Allgemeinheit wieder einmal näher gebracht werden soll.

Insgesamt sind die unterfränkischen Forstbetriebsgemeinschaften politisch gut vernetzt, sagte Mend, der feststellte, dass die Forstinteressen im Landkreis Kitzingen durchaus eine Bedeutung haben.

Gut 400 Festmeter Laubholz konnte die FBG bei der Laubholz-Submission am Lagerplatz Iphofen im Jahr 2014 anbieten, davon waren 60 Festmeter von der FBG Main-Steigerwald, so Geschäftsführer Dieter Rammensee in seinem Rechenschaftsbericht. Der Erlös von gut 126 000 Euro für das Holz der Kitzinger FBG lag ein wenig unter Vorjahresniveau, was wohl an der etwas geringeren Qualität, dem kleineren Angebot und auch den wenigen Käufern geschuldet ist. Ein 4,80 Meter langer Eichenstamm mit einem Durchmesser von 73 Zentimetern brachte das meiste Geld, lag aber mit einem Festmeterpreis von 905 Euro deutlich unter der 1000er Marke. Neu war 2014 eine Nadelholzsubmission mit Kiefer und Lärche von drei Waldbesitzern aus Geiselwind, die sich für den einzelnen Waldbesitzer durchaus gelohnt hat, so Rammensee.

Rückläufig ist die Vermarktung des gesamten Rundholzes. Gründe dafür sind zum einen das schadensfreie Jahr, zum anderen hatten die Kommunen vor einigen Jahren wohl „scharf geholzt“, was nun auf ein normaleres Maß zurück geführt wurde. Der Rückgang bei den Hackschnitzeln ist auf den milden Winter zurück zu führen. Neu bei den größeren Holzlieferanten ist die Abtei Münsterschwarzach, die eigenen Wald erworben hat. Der Mitgliederstand hat sich im abgelaufenen Jahr um 14 auf 571 erhöht. Bemerkenswert dabei ist, dass wieder Jüngere im Wald aktiv sind.

Bei den Wahlen wurde neben Mend als Vorsitzender Peter Kornell (Volkach) und Gerhard Rost (Gräfenneuses) als seine Vertreter gewählt. Acht neue Mitglieder gibt es, bedingt durch die Kommunalwahlen, im Ausschuss. Der setzt sich zusammen aus: Christian Belz (Prichsenstadt), Heinz Dorsch (Seinsheim), Jürgen Hartmann (Kleinlangheim), Rudolf Kehrer (Kitzingen), Christine Konrad (Dettelbach), Jochen Kramer (Castell), Peter Kraus (Mainbernheim), Ernst Nickel (Geiselwind), Ingrid Reifenscheid-Eckert (Willanzheim), Siegfried Weber (Wüstenfelden), Rene Schlehr (Prichsenstadt), Volker Schmitt (Schwarzach), Peter Sterk (Großlangheim), Andreas Schugt (Kloster Münsterschwarzach), Jürgen Schulz (Abtswind), Günther Schwab (Kitzingen), Leo Weiglein (Wiesentheid) und Ludwig Zink (Wiesentheid). Die Kasse prüfen Ernst Nickel (Geiselwind) und Volker Schmitt (Schwarzach).