Nach rund 75 Minuten Information und Diskussion im Obernbreiter Gemeinderat am Mittwochabend bleibt am Ende alles beim Alten: Trotz des neuen Kinderbetreuungsgesetzes können die Vorbereitungen zu Sanierung und Erweiterung des Obernbreiter Kindergartens wie im April beschlossen weiter laufen. Neu, aber eigentlich selbstverständlich: Der Architekt wird aufgefordert, die Baukosten auf sieben Millionen Euro zu begrenzen.

Es ist neu, wird aber schon seit Jahrzehnten diskutiert und kam dennoch vor wenigen Wochen völlig überraschend: Das Gesetz zur Ganztagsbetreuung für Gundschulkinder. Das sieht spätestens für das Schuljahr 2029/2030 einen Rechtsanspruch für alle Grundschüler auf eine Betreuung von acht Stunden an allen fünf Werktagen, auch in den Ferien vor. An den Grundschulen müssen demnach also Betreuungsplätze mit entsprechenden Räumen geschaffen werden, die durch die Schulverbände zu finanzieren sind. Und da ist Obernbreit Teil des Grundschulverbands Marktbreit.

Betreuungsangebot für Grundschüler wird gern angenommen

Schon bisher gab es in Obernbreit ein Betreuungsangebot für Grundschüler, das, so Bürgermeisterin Susanne Knof, gerne angenommen wurde, alleine schon wegen des kurzen Nachhausewegs nach der Betreuung. Auch im geplanten Kindergarten ist deshalb ein Hort für Grundschulkinder vorgesehen, der auch bezuschusst wird. Die Frage also nun: Plant die Gemeinde weiter mit dem Hort, auch wenn sie zusätzlich für Hortplätze in Marktbreit über den Schulverband zahlen muss?

Drei Optionen stellte die Bürgermeisterin ihren Räten als Antwort zur Auswahl. Es geht weiter wie bisher, wobei unter Umständen der Zuschuss für den Hort bei einer anderen Nutzung des Raumes zurückgezahlt werden muss. Es geht weiter wie bisher, der Hort wird zum Mehrzweckraum, dann ohne Zuschuss. Es wird komplett umgeplant, was aber zu einer erheblichen Verzögerung führt und kaum billiger wird, da die neuen Planungskosten die Einsparung nahezu aufheben, zudem kein Flächenpuffer für einen eventuell künftig höheren Platzbedarf da ist.

Blick in die Zukunft ist noch sehr spekulativ

In der Diskussion wurde schnell klar: Der Blick in die Zukunft ist doch sehr spekulativ, was in einigen Jahren an Platz im Kindergarten benötigt wird, kann heute keiner voraussagen – deshalb ist eine etwas großzügigere Planung sicher nicht verkehrt. Zudem die Finanzierung, so Kämmerer Wolfgang Schmer, für die Gemeinde machbar sei.

Trotzdem sind es die kalkulierten Kosten in Höhe von sieben Millionen Euro, die manches Ratsmitglied zucken lässt. Um hier vielleicht doch ein wenig Einfluss nehmen zu können, schlug Christian Küster vor, keine Ausschreibung ohne Vorlage eines Schätz-Leistungsverzeichnis aus dem Haus zu lassen, denn der Architekt, so Küsters Verdacht, neige dazu "den Rolls Royce zu bauen", also lieber teuer als günstig. Das wurde ebenso einstimmig beschlossen, wie die Fortführung der Planung, den Förderantrag entsprechend zu stellen und die Aufforderung an den Architekten, die "Baukosten der Kostengruppen 200 bis 700 auf sieben Millionen Euro zu begrenzen".