Auf der Bundesstraße 22 auf Höhe Stadtschwarzach wird es kein verschärftes Tempolimit entlang der Wohnbebauung geben. Das Landratsamt Kitzingen hat den Antrag der Anlieger, die aktuelle Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 km/h auf 60 Stundenkilometer zu reduzieren, abgelehnt. Die Begründung für die Ablehnung des Begehrens, das der Schwarzacher Marktgemeinderat unterstützte: Lärmschutzgrenzen werden nicht überschritten und es liegt kein Unfallschwerpunkt vor.

Der Hintergrund: 79 Anlieger der B22 in den Straßenzügen Stephansberger Weg, Goethestraße und Kolpingstraße stellten mit ihren Unterschriften einen schriftlichen Antrag auf Reduzierung der Geschwindigkeit auf 60 Stundenkilometer. Derzeit ist für den betroffenen Streckenabschnitt von der Einmündung der Bamberger Straße in die B22 bis zum Kreisverkehr (B22/Staatsstraße 2271) ein Tempolimit von 80 km/h angeordnet. Zusätzlich wollten die Anwohner, dass in diesem Teilabschnitt von beiden Seiten ein Schild mit der Aufschrift „Lärmschutz“ angebracht wird.

Klagen der Anwohner

Die Anwohner klagten über die zunehmende Verkehrsbelastung auf der B 22 und den daraus resultierenden Lärm, besonders durch den Schwerlastverkehr. Der Gemeinderat entschloss sich daraufhin einstimmig, den Wunsch der Betroffenen zu unterstützen und das Schreiben an die zuständige Verkehrsbehörde im Landratsamt Kitzingen weiter zu leiten. Von dort kam jetzt die Ablehnung.

„Wir haben das Anliegen unter Einbeziehung des Staatlichen Bauamtes Würzburg und der Polizeiinspektion Kitzingen geprüft“, teilte Sachbearbeiterin Sandra Weiss Schwarzachs Bürgermeister Volker Schmitt und seinen Ratskollegen mit. Die letzten Verkehrszählungen an der B 22 bei Schwarzach vor acht Jahren hätten täglich 3312 Kraftfahrzeuge ergeben.

Bei einer weiteren Verkehrszählung im Jahr 2015 waren es täglich 2979 Kraftfahrzeuge. In diesen Zahlen enthalten war Schwerverkehr mit täglich 261 Kfz im Jahr 2010 und 309 Kfz im Jahr 2015. „Somit ergibt sich eine insgesamt abnehmende Verkehrsbelastung bei gestiegenem Schwerverkehr“, stellte die Verkehrsbehörde fest.

Außerdem dürften Lkw ab 7,5 Tonnen außerorts maximal 60 km/h fahren. Bei einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h ergäben sich somit hinsichtlich der Lärmbelastung, die durch den Schwerverkehr verursacht wird, keine Verbesserungen für die Anwohner. Sandra Weiss recherchierte Geschwindigkeitsmessungen der Polizei. Sie ergaben in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt eine Verwarnung (bis 100 Stundenkilometer) und eine Anzeige (über 100 km/h) pro Stunde.

Im unteren Bereich

Laut Auskunft der Polizei liege die Anzahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen im unteren Bereich und sei als unauffällig zu bezeichnen, so Weiss. Zum Thema Lärmschutz meinte sie: „Die B 22 war bereits vorhanden, als die Wohnbebauung geplant wurde“. Entsprechende Auflagen für die Bebauung wie lsolierglasfenster, Schlafräume zur schallabgewandten Seite sowie Hecken zur Verbesserung des Schallschutzes befänden sich daher im Bebauungsplan für das Gebiet südlich der Kirche.

Bei der Beurteilung des Lärmschutzes habe man das Staatliche Bauamt mit ins Boot geholt. Dessen Resultat: Aufgrund der vorhandenen Verkehrszahlen, der Geschwindigkeitsreduzierung auf 80 km/h und dem Abstand der vorhandenen Bebauung zur Straße ist davon auszugehen, dass diese Richtwerte nicht überschritten werden. „Eine Geschwindigkeitsreduzierung aus Lärmschutzgründen ist deshalb nicht möglich.“

Das Unfallgeschehen entlang der Wohnbebauung der B 22 sei unauffällig, was ebenfalls gegen eine weitere Geschwindigkeitsreduzierung spreche, schrieb die Sachbearbeiterin. Sie bat Bürgermeister Schmitt, die betroffenen Anlieger über das Ergebnis zu informieren.