„Noch weiblicher als je zuvor“, meinte Rödelsees Bürgermeister Burkhard Klein zur aktuellen Zusammensetzung des Gemeinderats, nachdem er Britta Aufmuth bei der Jahresschlusssitzung vereidigt hatte. Zusammen mit Martina Neuweg und Alexandra Pohl sitzen nun erstmals drei Frauen am Ratstisch.

Britta Aufmuth rückt für Gustav Tasch nach, der aus gesundheitlichen Gründen auf sein Gemeinderatsmandat verzichtet hatte. Er wird in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen verabschiedet, da er an der Jahresschlusssitzung nicht teilnehmen konnte. Bürgermeister Klein würdigte die Verdienste von Tasch, dessen Erfahrungen im Baurecht sehr hilfreich gewesen seien. „Positiv, kritisch, aber demokratisch“ charakterisierte Klein das Wirken von Tasch.

Der neuen Gemeinderätin, die die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, wünschte Klein Glück und Erfolg im neuen Amt. Er händigte ihr Gemeindeordnung und Geschäftsordnung aus. Mit vielem ist Aufmuth allerdings bereits gut vertraut, zählt sie doch zu den treuesten Zuhörerinnen im Gemeinderat, dessen öffentliche Sitzungen sie in den vergangenen Jahren fast alle besucht hatte. Sie war auch der Grund, weswegen Klein den Tagesordnungspunkt mit Anliegen der Bürger gerne in „Bürgerin fragt, der Gemeinderat antwortet“ umbenannte.

Strammes Arbeitspensum

Nun ist für Britta Aufmuth nach der öffentlichen Sitzung nicht mehr Schluss, auf sie wartet sowohl meist vor als auch nach der öffentlichen die nichtöffentliche Sitzung. Im vergangenen Jahr sollen die 16 Sitzungen mit über 400 Tagesordnungspunkten nach Kleins Berechnungen zusammen 44,5 Stunden gedauert haben. Fünf Stunden habe die längste Sitzung gedauert.

Die Sanierung der Kanäle, Straßen und der Friedhöfe, die Dorferneuerung in Fröhstockheim, die Fortführung des Dorfladens und die Neugestaltung des Schlossparks als Abschluss der Städtebauförderung in Rödelsee nannte Klein in seinem Ausblick auf 2015 als wesentliche Aufgaben, ebenso sehnt er sich einen Abschluss der „Dauerbaustelle Schlossberg“ herbei. Für die Zusammenarbeit im Gemeinderat, dem er für die Arbeit dankte, wünschte er sich eine Geschlossenheit nach Außen, bat aber auch um sachliche, konstruktive Kritik. Worte des Dankes gab es von Bürgermeister-Stellvertreter Horst Kohlberger für Burkhard Klein und dessen Arbeit.

Geschichte zum Nachdenken

Die Suche nach geeigneten Wohnungen in der Gemeinde Rödelsee für Asylsuchende verband Klein auch mit seiner traditionellen Weihnachtsgeschichte, die er bei der Jahresschlusssitzung vorträgt. Er trug diesmal die Weihnachtsgeschichte in einer modernen Version vor, in der eine Familie im Stall und drei unbekannte Weisen aus einem fremden Land Probleme mit Polizei, Jugendamt, Drogenfahndung und der Psychiatrie bekommen. „Wie würden die Leute heute reagieren auf das, was vor über 2000 Jahren geschah?“ gab Klein zum Nachdenken mit auf dem Weg.