Der Verein Alt Prichsenstadt lädt zur ersten Verlegung von Stolpersteinen in Prichsenstadt am Donnerstag, 26. Mai, ein.

Mit dem europaweiten Projekt „Stolpersteine für die Opfer des Nationalsozialismus“ wird der Künstler Gunter Demnig aus Köln auf Initiative des Arbeitskreises „Stolpersteine in Prichsenstadt“ für jüdische Mitbürger, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden, die ersten beiden Steine in den Gehwegen vor den einstigen Wohnhäusern der Opfer verlegen.

Die Verlegung findet im Rahmen einer Feierlichkeit mit musikalischer Umrahmung statt und beginnt um 14 Uhr in der Luitpoldstraße 17, wo ein Stein für Martha Löwenberger (Jahrgang 1884) eingebracht wird. Etwa um 14.30 Uhr folgt eine weitere Steinverlegung am Karlsplatz 14 für Pauline Künstler (Jahrgang 1870). Weitere Verlegungen in Prichsenstadt und einigen Stadtteilen sind zu späteren Terminen geplant, so die Mitteilung des Vereins Alt Prichsenstadt an die Presse.

Stolpersteine wurden erstmals in Bayern im Jahre 2004 in der Stadt Kitzingen verlegt und sind mittlerweile auch in vielen Gemeinden des Landkreises und der gesamten Umgebung zu finden.

„Stolpersteine“ sind ein Kunstprojekt von Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln wird an das Schicksal der Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Diese quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand eingeschlagenen Lettern beschriftet. Mittlerweile gibt es über 56 000 Steine (Stand: Dezember 2015) in Deutschland und 19 weiteren europäischen Ländern, so das Online-Lexikon Wikipedia.