Thomas Löther aus Obernbreit feierte am 3. August seinen 90. Geburtstag. Das Fleischerhandwerk und das Turnen prägten sein Leben. Im "Löther-Clan" ist er das älteste Familienmitglied.

1932 kam Thomas Löther in Marktbreit zur Welt. Schon früh lernte er, Verantwortung im landwirtschaftlichen Betreib seiner Eltern zu übernehmen. Mit 13 Jahren begann er seine Lehre zum Fleischer in Kitzingen, zwei Jahre später zog er in den Raum Frankfurt, wo er 1957 seine Meisterprüfung ablegte. "Jeder gute Metzger muss mal in Frankfurt gewesen sein", meint Löther rückblickend.

Aktiv engagierte er sich bis zur Fusion mit Schweinfurt und Hassberge im Jahr 2015 in der ehemaligen Fleischerinnung Kitzingen, deren Obermeister er war und Ehrenmitglied ist. In der Innung hatte er unter anderem auch Ausflüge und Kulturveranstaltungen initiiert. Auch war er Lehrlingswart und Mitglied der Prüfungskommission. So gratulierten viele seiner ehemaligen Kollegen und Lehrlinge, darunter auch Stephan Jamm, der seine Ausbildung bei ihm begonnen und bei Tochter Elisabeth Hofmann, die den Betrieb 1993 übernahm, abgeschlossen hatte und jetzt selbst Metzgermeister ist. 18 Lehrlinge hatte Löther ausgebildet.

Von Anfang an war ihm das Tierwohl wichtig. Deshalb pflegte er einen guten Kontakt zu den Bauern.

Die 90 Jahre sieht man Thomas Löther nicht an. Es scheint, dass ihn der Sport jung gehalten hat. Radfahren, Laufen und seine Lebensfreude halten ihn weiter fit.

Der erfolgreiche Turner beim TSV Obernbreit, dessen Ehrenmitglied er ist, hat viele Goldmedaillen von Wettkämpfen nach Hause gebracht. Eine ganze Wand hängt im Haus davon voll. "Keiner konnte die Riesenfelge am Reck so wie er", erzählt seine Tochter Elisabeth Hofmann. Der turnbegeisterte Jubilar hat auch schon einmal die Gaststätte im Handstand verlassen.

Für seine Verdienste um den Sport bekam der frühere Turnabteilungsleiter des TSV die Landkreismedaille in Silber. Sein letzter Wettkampf war 1993. 36 Mal legte er das Deutsche Sportabzeichen in Gold ab.

Thomas Löther ist seit 63 Jahren mit seiner Karin verheiratet. Die beiden haben zwei Töchter und zwei Enkelinnen. Der Jubilar hält die Familienbande zusammen und besucht gerne die Verwandtschaft. Nach Auskunft seiner Tochter Elisabeth mag er es sehr, wenn seine "Weibsen" entspannt und friedlich zusammenleben und um ihm sind – wie beim Geburtstag. Zu diesem gratulierte auch Bürgermeisterin Susanne Knof.