Bei künftigen Sanierungen von Gemeindestraßen wird der Markt Geiselwind stärker in die eigene Tasche greifen und damit die Bürger entlasten. Das legte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung fest. So wurde der Anteilssatz der Kommune zum Beispiel bei Durchfahrtsstraßen von 50 Prozent auf 70 Prozent der Kosten erhöht. Bei Haupterschließungsstraßen zahlt die Gemeinde künftig 50 Prozent, anstatt zuvor 40 Prozent der Kosten. Bei Anliegerstraßen bleibt der kommunale Anteil bei 20 Prozent, hieß es im Rat.

Hintergrund des Ganzen ist, dass die Gemeinde Geiselwind derzeit dabei ist, zu überprüfen, welche Straßen auf ihrem Gemeindegebiet einer Erneuerung bedürfen. Anhand dessen soll eine Prioritätenliste ausgearbeitet werden, was am dringlichsten auszubessern ist, teilte Bürgermeister Ernst Nickel mit. In der Sache hält er eine rechtzeitige und vorausschauende Planung für wichtig.

Bei den Straßen wird sowohl der Unterbau mit Wasser und Kanal als auch die Fahrbahn selbst unter die Lupe genommen. In der Großgemeinde bestehe einiger Bedarf an Ausbesserungen, schließlich sei an vielen Strecken seit fast 40 Jahren nichts mehr gemacht worden, sagte auch Verwaltungsleiter Wilfried Hack. Die Gemeinde könne jedoch nicht alles auf einmal sanieren. „Wir müssen Zug um Zug ran. Das Konzept, das wir erstellen, sehe ich auf eine Dauer von 20 Jahren.“ In den letzten Jahren wurden laut Verwaltung keine Beiträge mehr von Anliegern eingehoben, weil es sich bei den Reparaturen an den Straßen meist um Sanierungen handelte.

Gleichzeitig läuft derzeit in der Gemeinde noch die Erhebung der Grundstücks- und Geschossflächen. Hier ist eine Neuberechnung notwendig, weil die Beitragssätze für Wasser und Kanal neu festgelegt werden müssen. Die Satzung soll im Frühjahr 2015 genehmigt werden. Wie Bürgermeister Nickel bereits mehrfach erwähnte, stehen in den nächsten Jahren umfangreiche Erneuerungen beim Thema Wasserversorgung an. Als erstes wird dabei der Ortsteil Rehweiler an der Reihe sein, später soll Wasserberndorf folgen.

Zum Thema Straßensanierung trug Bürgermeister Nickel ein Beispiel vor. So erhält demnächst ein Teilstück der südlichen Umgehung des Ortsteils Hohnsberg eine neue Straßendecke. An den Kosten von rund 24 000 Euro beteiligt sich die Jagdgenossenschaft mit etwa 50 Prozent, was Nickel lobend hervorhob.