Jutta Wallrapp, Stadt- und Kreisrätin sowie Aktivposten beim Roten Kreuz in Kitzingen, feiert am Mittwoch, 20. April, ihren 70. Geburtstag. Und die Fraktionssprecherin der Freien Wähler, die in Kitzingen FW/FBW heißen, stellt eines klar: „2020 ist endgültig im Stadtrat Schluss. Dann war ich 30 Jahre für die Bürger aktiv“, sagte sie ein paar Tage vor dem 70.

Im Kitzinger Stadtrat hat sie einiges erlebt und wird vermutlich noch einiges mitmachen. Obwohl sie seit langem dazugehört, ist Wallrapp kein Eigengewächs. Bad Neustadt/Saale ist der Geburtsort der Tochter eines Polizisten. Die Familie landete 1962 in Kitzingen. Hier ging Jutta Wallrapp in die Oberrealschule, machte eine Ausbildung zur Industrie-Kauffrau und stieg 1961 bei der Firma Botzek ein. 1965 wechselte sie in die Castellbank und nach neun Jahren in die VR-Bank Kitzingen, wo sie viele Jahre als Abteilungsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit tätig war.

1990 hatte sie Premiere im Stadtrat, für die CSU und mit viel Temperament. Die Wähler belohnten den Einsatz: Wallrapp war Top-Stimmenfängerin. Sie war 15 Jahre lang Vorsitzende der Frauenunion und zeitweise stellvertretende Fraktionsvorsitzende. 2002 allerdings scheiterte sie bei der Wahl zum Bürgermeister und Stellvertreter des OB an Franz Böhm. Der hatte zwar gerade die OB-Wahl verloren, schnappte aber Wallrapp dennoch den Bürgermeisterstuhl weg. Was folgte waren Gräben in der Fraktion, die zu Parteiausstritten führten. Anfang 2005 zog Wallrapp die Konsequenzen und wechselte zu den Freien Wählern, wo sie mit offenen Armen aufgenommen wurde. In dieser Gruppierung wurde Wallrapp schnell neue Fraktions-Chefin, gab den Freien Wählern wieder eine Stimme. Mit Erfolg. Sie wurde wieder in den Stadtrat gewählt und seit 2014 sitzt sie auch im Kreistag.

Neben der Kommunalpolitik war und ist das Rotes Kreuz die Heimat von Jutta Wallrapp. 1969 arbeitete sie als Helferin bei Blutspendeterminen mit, machte Lehrgang auf Lehrgang, wurde BRK-Ausbilderin. Im Kreisverband übernahm sie Führungsaufgaben, engagierte sich im Bezirks- und Landesverband. Seniorenausflüge oder der Krankenhausbesuchsdienst waren ihre Themen. Legendär für viele Ältere ist der Mogy-Kreis. Wallrapp war lange Jahre „Mutter“ der Seniorengymnasik- und -tanzgruppe, die allerdings inzwischen der Vergangenheit angehört. Für ihren Einsatz wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Wer Jutta Wallrapp persönlich gratulieren will, kann das. Sie hat am Mittwoch, 20. April, von 11 bis 13 Uhr in den Historischen Sitzungssaal des Rathauses eingeladen.