Eine Bruchlandung der seltsamen Art erlebten die Pächter der rund 53 Hektar des einstigen US-Übungsplatzes auf der Höhe über Kaltensondheim: Zwei Vertreter des Investors kamen zur Sitzung, offensichtlich zu Informationen über die Nutzung des Geländes bereit, durften aber nach gut zehn Minuten Warten und Diskussion mit Bürgermeister Roland Hoh die Gemeinderatssitzung am Dienstagabend verlassen – unverrichteter Dinge.

Gelächter im Rat

Warum der geplante Tagesordnungspunkt um den Energiepark platzte, machte der Bürgermeister deutlich: fehlende Unterlagen des Investors PVStrom Energy Systems GmbH & Co. KG. Wenn die der Gemeinde präsentiert würden, „werden wir auch kurzfristig entscheiden“. Ergebnis von Hohs Ankündigung, der zuvor vergeblich mit Renate Zirndt über eine mögliche Diskussion des Punkts gesprochen hatte: Gelächter im Gemeinderat.

Der Grund für die Heiterkeit könnte in der Beschlussvorlage liegen. Da stand einerseits, dass der Investor „sein Konzept“ vorstellen werde, andererseits enthielt die Vorlage bereits die beste Motivation, sich gar nicht erst mit dem Thema zu beschäftigen: Planvorlagen fehlten und zu den Bedingungen, unter denen der Gemeinderat einer Photovoltaik-Freilandanlage und einem Windpark auf der Anhöhe zustimmt, seien bislang nicht „schriftlich“ beantwortet worden.

Unklar in der Sache ist Vieles: beispielsweise, wie viele Windräder sich über der Magerrasenfläche des ehemaligen Flakgeländes drehen könnten, ob die überhaupt wegen des Abstandes zum Dorf genehmigungsfähig wären oder wie groß der Solarpark werden soll. Klar ist lediglich, dass die Gemeinde einen städtebaulichen Vertrag zur Bedingung macht: In dem soll geregelt werden, dass PVStrom die Kosten für Planung, Erschließung und Ausgleichsflächen komplett übernimmt. Das alles ist bislang – auch laut Beschlussvorlage – bisher eine Nullnummer.

Das passt auch ein wenig zur Vorgeschichte der geplanten Nachnutzung der 53 Hektar. Erst wollte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) verkaufen, später ging's um eine Verpachtung. Für die standen zwei Interessenten zur Wahl, die beide eine Windkraft-Solarenergie-Kombination auf der Hochfläche an der Autobahn planten. Die Gemeinde entschied sich für einen Investor, die Bima schloss mit dem Konkurrenten den Pachtvertrag.

Die Pläne für das Gelände sind bislang im Landratsamt kein Thema, wie eine Sprecherin erklärte. Allerdings könnte hier auch Endstation sein. Ein Interessent für den Bau von Windrädern auf Kaltensondheimer Gebiet stieß hier schon mit einer Bauvoranfrage auf Ablehnung und muss nun auf ein positives Urteil des Würzburger Verwaltungsgerichts hoffen. Das entscheidet im Juni über die Zukunft der Rotoren.