Lange genug hat es gedauert. Im Mai sollen nun die Mängel im Untergrund der Straßen im Rödelseer Baugebiet "Spieß Ost", wie das Baugebiet am Schlossberg offiziell heißt, beseitigt werden. Der Gemeinderat hat dazu für rund 1,63 Millionen Euro den Auftrag vergeben. Die Anwohner werden eine Zeit lang mit Einschränkungen leben müssen.

In den Jahren 2004 und 2005 war das Baugebiet entstanden. Bald hatte die Gemeinde Mängel festgestellt. Seit 2009 wird wegen der Setzungen im Straßen- und Gehwegbereich gestritten. Die ausführende Baufirma hat allerdings in der Zwischenzeit Insolvenz angemeldet. Deswegen hielt sich die Gemeinde Rödelsee an das Ingenieurbüro. Denn dieses hätte nach Ansicht der Gemeinde aufgrund der Bauüberwachung dafür sorgen müssen, dass beim Bau der Erschließungsstraße der Untergrund ordentlich nachverdichtet wird.

Schon viele Gutachten wurden erstellt

Zahlreiche Gutachten wurden erstellt, bis das Landgericht Würzburg in seinem mittlerweile rechtskräftigen Urteil entschieden hat, dass das Ingenieurbüro nicht nur für die bislang bekannten Schäden aufkommen muss, sondern auch für die nicht auszuschließenden weiteren Schäden.

Jetzt sind die Vorbereitungen abgeschlossen. Der Gemeinderat hatte seine Sitzung verschoben, um noch letzte rechtliche Dinge abzuklären. Vor der öffentlichen Sitzung hatte das Gremium dann die Sanierungsarbeiten für rund 1,63 Millionen Euro an die Schweinfurter Firma Gotthard Weeth vergeben. Deren Aufgabe ist es nun, unter anderem die durch die nicht fachgerechte Verfüllung des Kanalgrabens entstandenen Setzungen zu beseitigen. Manche Stellen an der Oberfläche waren bereits aus Sicherheitsgründen geflickt worden.

"Operation am offenen Herzen"

Da die Anwohner irgendwie zu ihren Häusern müssen, erfolgt die Sanierung abschnittsweise. Bürgermeister Burkhard Klein kündigte an, dass rechtzeitig vor Baubeginn die Anwohner informiert werden und das Vorgehen mit ihnen abgestimmt wird. "Es wird schwierig, aber einfach kann jeder", meinte Bürgermeister Klein zu der bevorstehenden Sanierung, die er schon des Öfteren als "eine Operation am offenen Herzen" bezeichnet hatte.

Tobias Schneider vom Ingenieurbüro Arz hatte den Gemeinderat schon in einer früheren Sitzung informiert, dass aufgrund der vorhandenen Bebauung in dem 58 Bauplätze zählenden Wohngebiet sowie den vorhandenen Versorgungsleitungen (Gas, Wasser, Fernmeldekabel und Strom) die Ausführung nur in Einzelabschnitten von etwa 20 Metern möglich sei. Der jeweilige Abschnitt könne nur unter Vollsperrung saniert werden.