Am Freitag endet die Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen im Landkreis Kitzingen. Knapp zwei Wochen mussten die Schüler nach Beginn des Schuljahrs nun im Unterricht eine Maske tragen. Scheinbar mit Erfolg, denn Stand Donnerstagmittag gibt es laut Schulamtsdirektor Veit Burger keinen einzigen bestätigten Fall, nur einige Testergebnisse stünden noch aus.

"Wir haben von den Schulen gehört, dass es für die Kinder anstrengend war, besonders an den warmen Tagen. Trotzdem haben sich die Schüler vorbildlich an die Maskenpflicht und das Hygiene- und Wegekonzept gehalten", berichtet Burger. Sein Fazit: Die Maskenpflicht hat im Landkreis gut funktioniert. Deshalb kann sich Burger auch vorstellen, dass die Maskenpflicht bei steigenden Fallzahlen wieder eingeführt wird. Als Beispiel nennt Burger Würzburg, wo auch die nächsten zwei Wochen an weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht besteht. 

Große Belastung für Lehrer

Sollte es im Landkreis mehr als 35 Fälle pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen geben, der sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz-Wert also über die erste Schwelle steigen, gelte im Unterricht wieder der Mindestabstand von 1,50 Meter. Wo dieser nicht eingehalten werden kann, muss Maske getragen werden. Ab einem Inzidenz-Wert von 50 gilt dann sowohl das Abstandsgebot als auch die Maskenpflicht im Klassenzimmer. 

"Für viele Lehrer ist es anstrengend, immer durch die Maske zu sprechen."
Sabine Huppmann, Vorsitzende des Lehrerverbands im Landkreis Kitzingen

Sabine Huppmann, Vorsitzende des Lehrerverbands im Landkreis Kitzingen, hofft, dass es soweit nicht noch einmal kommt. Zwar ist sie der gleichen Meinung wie Burger, was die Kinder angeht, die die Maskenpflicht ohne zu Murren akzeptieren, doch ihre Lehrerkollegen haben schwer zu kämpfen. "Für viele Lehrer ist es anstrengend, immer durch die Maske zu sprechen. Teilweise muss die Maske jede Stunde gewechselt werden, weil sie durchgeweicht ist", erklärt Huppmann. Viele Kollegen sind bereits schwer genervt und teilen nicht die positive Bilanz, die Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) zieht. 

Überfülle Busse im Landkreis

Auch die Situation in den Schulbussen ist alles andere als ideal, teilweise sogar eher katastrophal. "Warum machen wir das alles, wenn die Schüler dann in den Bussen wie Ölsardinen stehen?", fragt sich Huppmann. In die gleiche Kerbe schlägt Carsten Schmidt, der Vorsitzende des Elternbeirats des Armin-Knab-Gymnasiums in Kitzingen. Er berichtet von überfüllten Bussen und das, obwohl viele Eltern ihre Kinder gerade privat zur Schule bringen. Wenn sich die Witterung verschlechtert und Schüler vom Fahrrad auf den Bus umsteigen, könnte sich auch hier die Situation nochmal verschärfen. 

"Es mag aktuell alles in Ordnung sein, aber in vier Wochen kann es ganz anders aussehen", so Schmidt. Auch in der Schule hat sich der Elternbeirat ein Bild gemacht. "Unser Eindruck ist alles andere als repräsentativ, aber wir haben nichts negatives von den Kindern gehört", berichtet er. Einer Wiedereinführung der Maskenpflicht steht Schmidt trotzdem skeptisch gegenüber. "Natürlich steht der Schutz der Gesundheit der Kinder im Vordergrund, aber wir müssen langfristig von den Masken wegkommen", findet er.

Am AKG in Kitzingen geht Schmidt deshalb davon aus, dass die Maskenpflicht am Montag endet. Das positive Fazit des Kultusministers teilt Schmidt nicht vollständig. Er verstehe, dass die Landesregierung und das Landratsamt ein positives Image vermitteln wollen, aber er selbst nehme die ganze Bandbreite an Erfahrungen wahr. 

Kritik am Kultusminister

Sehr kritisch sieht Jürgen Kempf die Linie des Kultusministers. Der Vertreter der Eltern der Landkreise Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart in der Landes-Eltern-Vereinigung (LEV) hat über 100 Mails von Eltern erhalten. Angesprochen auf Piazolos Position antwortet er: "Über den möchte ich eigentlich gar nicht reden. Es gibt Landkreise, in denen es funktioniert. Aber es gibt auch Landkreise, in denen völliges Chaos herrscht. Das kann einen Kultusminister eigentlich nicht zufriedenstellen." 

Heftige Kritik übt Kempf vor allem an der Situation bei den Schulbussen. Diese sei aus Elternsicht sehr unbefriedigend, denn die Schulen erstellen super Konzepte und dann werde das im Bus alles konterkariert. Insgesamt hätte er sich mehr Ressourcen für die Schulen gewünscht, denn eine erneute Schulschließung würde nicht nur die Eltern treffen, sondern auch die gesamte Wirtschaft.