Die diesjährige Weihnachtspaketaktion der Rumänienhife Karl war überaus erfolgreich: Gut 20 000 Pakete, verteilt auf vier Lkw, verließen das Lager in Dettelbach. Bei den Empfängern in Rumänien gab es erstaunte und vor allem strahlende Gesichter.

Die 16. Auflage

Zum 16. Mal hatte die Rumänienhilfe Karl aus Dettelbach im November des Vorjahrs zur Weihnachtspaketaktion aufgerufen. Viele Kindergärten, Schulen, Vereine, Firmen und insbesondere Privatpersonen fühlten sich angesprochen, sammelten fleißig Material und schnürten schließlich eine Vielzahl von Paketen. Manche waren zum ersten Mal dabei, viele jedoch unterstützen die Aktion schon seit Jahren. Privatpersonen sowie Schulen und Kindergärten mit einer überschaubaren Zahl von Paketen liefern diese in der Regel selbst an der Sammelstelle ab. Für die Grundschule Albertshofen zum Beispiel übernimmt der Gemeindebauhof den Transport.

Viele Spenden

Größere Mengen wie etwa vom Armin-Knab-Gymnasium in Kitzingen oder dem Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt – die jeweils einen ganzen Kleintransporter füllen – werden von Mitarbeitern der Rumänienhilfe abgeholt. Absoluter Spitzenreiter war wie bereits in den Vorjahren die Realschule Dettelbach, die alleine mehr als 400 Pakete beisteuerte.

Auch aus Schweinfurt

Insgesamt kamen die Päckchen zu einem großen Teil aus dem Landkreis Kitzingen, stark vertreten waren zudem Stadt und Landkreis Würzburg. Auch Menschen aus dem Landkreis Schweinfurt sammelten fleißig für bedürftige Kinder und Familien in Rumänien.

Einen Kleintransporter voller Pakete steuerte die Realschule Ebrach aus dem Landkreis Bamberg bei. Den weitesten Weg legte jedoch eine Lehrerin der Mittelschule Mellrichstadt zurück, deren Kombi voll mit liebevoll verpackten Paketen beladen war.

30 Helfer hatten zu tun

Der Zuspruch war so groß, dass die 30 Helfer in der Vorweihnachtszeit Sonderschichten einlegten. Drei Mal wöchentlich für je zwei Stunden standen mindestens drei von ihnen bereit, um die Pakete in Empfang zu nehmen und auf dem Lkw zu verstauen. „Die Resonanz war gigantisch“, sagt Elmar Karl. „Nach dem leichten Rückgang im letzten Jahr, vermutlich bedingt durch die Flüchtlingssituation, herrschte in diesem Jahr zeitweise Hochbetrieb auf dem Sammelplatz.“

Staus bis auf die Straße

Der Lieferverkehr habe sich gelegentlich bis auf die Straße zurückgestaut, erzählen die Helfer. Die meisten Anlieferer waren bereit, für kurze Zeit mit anzupacken und so löste sich jeder Stau rasch wieder auf. Je näher es auf Weihnachten zuging, desto höher wurde der Anteil der Weihnachtspakete an der Lkw-Ladung. Der letzte Laster – immerhin knapp 100 Kubikmeter – war fast ausschließlich mit bunt verpackten Geschenkpaketen beladen.

Enormer Ansturm

Karl und seine Mitstreiter kamen zwar infolge des Ansturms immer wieder ins Schwitzen, aber der Erfolg der Aktion überlagerte die Hektik und die Anstrengung bei weitem.

Die Zielorte

Pakete aus Mainfranken gingen nach Gheorgheni, Satu Mare, Arad und Ciacova (bei Temesvar). Laszlo Fodor von der Caritas in Gheorgheni schreibt in einer E-Mail: „Wir hatten viel Freude beim Verteilen der Pakete. Es ist ein großartiges Gefühl, wenn man die glänzenden Kinderaugen sieht, manchmal gefüllt mit Tränen der Freude. Viele Familien sind in Not. Wenn sie ein Weihnachtspaket erhalten, macht sie das glücklich, auch wenn es nur für kurze Zeit ist.“

Dankschreiben

Gelegentlich kommt sogar direkt von den Empfängern ein Dankschreiben zu den Spendern. So erging es Sigrid Richter aus Würzburg, die am 17. Januar einen Brief aus Rumänien erhielt. In einem Kuvert steckte eine Ansichtskarte von Gyergyószentmiklós (früher Niklasmarkt, im rumänischen Sprachgebrauch Gheorgheni), auf der Rückseite stand geschrieben: „Liebe Familie Richter, Ich bin Edit Buzogany. Ich habe einen Sohn. Er ist sieben Jahre alt. Ich und mein Mann sind Ihnen sehr dankbar für das Geschenk. Vielen Dank und wir wünschen Ihnen ein glückliches, gesundes Neujahr.“ Da war Sigrid Richter völlig überrascht und zugleich hoch erfreut über die unerwartete Antwort.

Spendenmöglichkeiten

Man kann die Rumänienhilfe während des ganzen Jahres unterstützen. Annahmezeiten für Hilfsgüter in Dettelbach, Lange Länge 4: Dienstag 17 bis 18 Uhr, Freitag 15 bis16 Uhr. Spendenkonto: Katholische Kirchenstiftung Bibergau, IBAN: DE76 7919 0000 0600 4504 56, BIC: GENODEF1KT1. Weitere Infos unter: www.rumaenienhilfe-karl.de