Das „doppelte Lottchen“ will sie nicht sein, sondern die einzigartige Repräsentantin der Weine des Tannenbergs: Susanne Kilian wurde am Samstag im Saalbau Rabenstein zur neuen Nenzenheimer Weinprinzessin gekürt. Die 18-Jährige nahm die Krone aus den Händen ihrer Vorgängerin Tina Sturm entgegen, die den Weinort ein Jahr lang vertreten hat.

Als Susanne Kilian nach rund drei Stunden Grußworten, Buffet, Verabschiedungsfilm und Musikstücken endlich ans Mikrofon trat, räumte die Nenzenheimerin gleich mit ein paar Missverständnissen auf: Sie sei die fünf Minuten ältere der beiden Kilians-Schwestern, sie sei die mit dem Freund aus Hüttenheim, nicht die mit dem Freund aus Hellmitzheim, und sie sei die, die in Schmalkalden Wirtschaftsingenieurwissenschaften mit dem Schwerpunkt Maschinenbau studiere und nicht die der beiden jungen Damen, die in Ingolstadt hinter den Uni-Bänken sitze.

Ihre „kleine“ Schwester Simone, die zusammen mit vier weiteren jungen Nenzenheimerinnen die Theken- und Bedienungsdienste bekleidete, nahm's mit Humor, ebenso wie ihre ältere Schwester Evi, die ebenfalls wenige Jahre zuvor für den Iphöfer Ortsteil die Krone getragen hatte.

Es war eine würdige Abschiedsveranstaltung für Tina Sturm: Ein gut halbstündiger Film, der über die Leinwand flimmerte, dokumentierte die Stationen des Jahres der Regentschaft. Da waren viele Bilder von strahlenden Prinzessinnen und einem guten Tropfen in Glas ebenso dabei wie denkwürdige Treffen, von der ulkigen Weinprobe mit einem Haufen eingefleischter Biertrinker bis hin zum Gespräch mit Ministerpräsident Horst Seehofer. Ludwig Eisen, dem Vorsitzenden des Weinbauvereins Nenzenheim und ihrem regelmäßigen Begleiter in den vergangenen Monaten, überreichte die 20-Jährige eine Krone und ein T-Shirt mit der Aufschrift „Princessmaker“. Schließlich kürte Eisen am Samstag die 30. Weinprinzessin.

Rund 20 Repräsentantinnen der Weine und der Orte der mittelfränkischen Bocksbeutelstraße und des Kitzinger Hofstaats nahmen Abschied von Tina Sturm. Sie hatten nicht nur ein Fotoalbum kreiert, sondern trugen auch eine eigene Version des Tote-Hosen-Hits „Tage wie diese“ vor.

Artur Steinmann, Präsident des fränkischen Weinbauverbands, ließ sich einen Besuch der Ab- und Neukrönung in Nenzenheim ebenfalls nicht nehmen. Mitunter auch, weil seine Gattin aus Nenzenheim stammt, was Steinmann in seiner Ansprache nicht nur betonte, sondern auch als „schönstes Geschenk“ seines Lebens bezeichnete. Von Iphofens Bürgermeister Josef Mend, der ebenso wie Ortssprecher Alexander Hansch und der zweite Bürgermeister Ludwig Weigand teilnahm, gab es einen Einkaufsgutschein und ein dickes Dankeschön.

Susanne Kilians erster richtig großer Auftritt wird die Studentin am 30. April auf die Bühne in ihrer Heimatgemeinde führen: Dann beginnt das Nenzenheimer Weinfest, das bis einschließlich 4. Mai wieder die Menschen ins Festzelt locken wird.