Der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Reupelsdorf schreitet voran. Im Zuge der dort begonnenen Dorferneuerung wurde bereits ein Teilstück der Bundesstraße 22, die sich durch den Ort windet, erneuert.

Über Weihnachten und die Wochen danach soll die bisher gesperrte Durchfahrt wieder für Pkw geöffnet werden. Nur der Schwerlastverkehr muss in dieser Zeit weiterhin außen vor bleiben, legten die Beteiligten bei einer Besprechung vor Ort fest.

Zum Glück hielt sich der Winter mit Eis und Schnee bislang zurück, so dass die Baufirmen weiterarbeiten und das für dieses Jahr gesteckte Ziel wohl erreichen. Bereits in den nächsten Tagen soll der erste Teil der Bundesstraße, vom Ortseingang von Düllstadt her bis zur Kreuzung nach Wiesentheid, eine Asphaltschicht bekommen.

Zunächst hatte es wegen eines Stücks in der Nähe der Kreuzung Verzögerungen gegeben, wo beim Aufgraben verstärkt Fließsand zutage trat. „Das ist wie Treibsand. Wenn man mit dem Bagger reingeht, fließt sofort der ganze Boden nach“, schilderte Ingenieur Dietmar Romfeld vom zuständigen Planungsbüro die Situation. Der Sand musste erst entwässert werden, was zusätzlich Zeit und Geld kostete, dann ging es weiter.

Wahrscheinlich verlief dort einst ein Graben, der beim Ausbau der Bundesstraße vor etwa 50 Jahren verfüllt wurde, vermutete Oswald Bader. Er ist von Reupelsdorfer Seite aus als gewähltes Mitglied im Vorstand der Dorferneuerung und diesmal bei der Besprechung vor Ort mit dabei. Den Vorsitz hat, wie vom Staat vorgeschrieben, mit Reiner Väth ein Mitarbeiter des Amts für Ländliche Entwicklung.

750 000 Euro vom Staat

Für die Aufwertung des Ortsbildes stellte der Staat 750 000 Euro zunächst zur Verfügung, die gleiche Summe kommt vom Markt Wiesentheid. Erster Ansatzpunkt ist der Bereich, der zum Teil bis zu 8,50 Meter breiten Bundesstraße, die deutlich schmäler werden soll. „Uns ist es wichtig, mehr Grün reinzubringen, die Straßen zu entsiegeln“, nennt Vorsitzender Väth einen Ansatz.

Die Erneuerung der Ortsdurchfahrt ist kein Luxus. In welch schlechtem Zustand die Strecke ist, habe sich beim Blick in die Baugrube an der Einfahrt von Düllstadt her gezeigt, meint Bader. Er verweist darauf, dass neben der Bundesstraße rund 15 weitere Projekte anstehen. Mehr Grün und Gehwege entlang der B 22, die Gestaltung des Kirchplatzes und der Spielplatz, sind nur einige der Punkte, die den Ort aufwerten sollen. Die Bewohner sehen den Bedarf der Erneuerung mehr oder weniger ein, auch wenn die Anlieger der Hauptstraße bei den Gehwegen ihr Scherflein beitragen müssen. Der Schlüssel, welcher Betrag anteilig gezahlt werden muss, ist von der Gemeinde noch nicht fest gelegt.

Fast 800 Meter lang ist die Ortsdurchfahrt, die komplett saniert wird. Um besser und schneller arbeiten zu können, wird die Straße immer wieder gesperrt. Dass die Autos seit September eigentlich einen Bogen um Reupelsdorf machen müssen, daran haben sich die Reupelsdorfer gewöhnt. Mancher Auswärtige nicht, sogar Lastwagen wurden bereits auf dem als „Schleichweg“ dienenden Rad- und Wirtschaftsweg von Düllstadt her gesichtet. Was natürlich eigentlich verboten ist. Es sei schwierig, „einen Kompromiss zu finden, der für alle tragbar ist“, weiß Ingenieur Dietmar Rohmfeld vom zuständigen Planungsbüro.

Als nächstes wird nach dem Winter das Teilstück von der Kreuzung nach Wiesentheid bis kurz nach der Kirche dran sein, wozu die Durchfahrt wieder komplett gesperrt wird. Zuletzt wird der Bereich am Ortsausgangs in Richtung Stadelschwarzach saniert. Die S-Kurve der Straße dort wird entschärft, wozu der Staat bereits ein altes, leer stehendes Anwesen dort gekauft hat, das Platz für die umfangreiche Schönheitskur Reupelsdorfs machen muss.

Bis sie in vielleicht zehn Jahren, oder mehr, komplett abgeschlossen ist, wird es noch etliche Treffen der Verantwortlichen an den Baustellen geben. Bis dahin hoffen auch die beiden Nachbarorte Düllstadt und Stadelschwarzach, dass ihre anvisierte Erneuerung längst läuft.