150 Zuhörer waren begeistert: Im schattigen Garten des Weinguts Schloss Hallburg präsentierten fünf Mitglieder der Bamberger Symphoniker am Sonntagabend großartige klassische Klänge aus der Epoche des Barock.

Das Konzert unter freiem Himmel mit Streicher und Trompete fand im Rahmen des Vinotonale-Festivals 2022 statt. Für Initiatorin Jennifer Wittmann-Müller, Gutsverwalter Georg Hünnerkopf und ihr Team hatte sich die aufwändige Organisation bei hochsommerlichen Temperaturen gelohnt.

"Es schallt die Trompete - barocker Glanz - klassische Schönheit" lautete das Motto des zweistündigen Konzerts mit den Geigern Milos Petrovic, Andreas Luck, Branko Kabadaic, Cellist Karlheinz Busch und Trompeter Markus Mester. Während teils sanfte Klänge die Besucher zur inneren Einkehr einluden, sorgten vehemente musikalische Gefühlsausbrüche für Freude und Aufbruchstimmung.

Wein und Klang lautet die Devise der Veranstaltungsreihe, die in diesem Jahr ihren fünften Geburtstag feiert. Weinselig erlebte das Auditorium eine unterhaltsame Zeitreise, die Cellist Karlheinz Busch sachkundig und kurzweilig moderierte. Er erzählte von den Komponisten Georg Friedrich Händel, Joseph Haydn, Giuseppe Torelli und Wolfgang Amadeus Mozart, deren ausgewählte Werke das Quintett in Perfektion wiedergab. Ein Höhepunkt im Streicherprogramm: die vier Sätze des "Lerchenquartett" von Haydn.

Blitzsaubere Intonation und musikalische Intensität mit atemberauschender Geschwindigkeit der Geigenklänge und frenetischem Beifall des Publikums führten in die Halbzeitpause. Wie aus einem Guss erklang danach Mozarts "Eine kleine Nachtmusik", als wäre sie neu geboren. So wurde dieses Juwel zu einer echten Entdeckung. Glanzpunkte setzte der Solo-Trompeter der Bamberger Symphoniker Markus Mester. Brillant und technisch souverän erklangen die Trompetenkonzerte von Händel ("Wassermusik") und Torelli. Der Applaus konnte nur durch zwei Zugaben beruhigt werden. Zunächst "For you" von Pasini, ein Trompetenstück "fürs Herz" und zum Abschluss Bachs "Jesus bleibet meine Freude". 

"Es war einfach ein wunderbares Konzert", bilanzierte Jennifer Wittmann-Müller. Das Ambiente im Gutsgarten war für sie einmalig: "Phantastischen Klänge, perfekte Harmonie und immer wieder das Gegacker aus dem Freigehege der Hallburger Tiere." Die Bamberger Symphoniker waren zum zweiten Mal beim Vinotonale dabei und sie wollen wieder kommen. Weil es den Musikern Spaß gemacht hat und die Zuhörer ein tolles Feedback gaben, war die Gesamtleiterin in ihrem Tun bestärkt. Freudestrahlend und zuversichtlich blicke sie nach vorne: "Auf zu neuen Projekten."