Klarheit hat die Gemeinde Abtswind nun, was die weitere Nutzung ihrer beiden Quellen zur Trinkwasserversorgung betrifft. Während die so genannte Bauernquelle in Zukunft zwar offen bleibt, aber nicht mehr für Trinkwasser genutzt wird, darf die zweite Quelle im Flurstück Schulzenschlag in Richtung Untersambach weiter verwendet werden. In der Sitzung des Gemeinderates Abtswind hieß es, dass sie auch bei einer Vergrößerung der Gemeinde um weitere Bauplätze und Industrieflächen künftig genügend Wasser liefert. Bürgermeister Jürgen Schulz rechnet damit, dass die behördliche Genehmigung zur Entnahme für die nächsten 20 Jahre bis Mitte 2017 eintrifft.

Zwischen den einzelnen Stellen wie Autobahndirektion, Gesundheitsamt, Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt ist zwar noch einiger Schriftverkehr nötig. Am grundsätzlichen Ergebnis werde das wohl nichts mehr ändern, hieß es in der Sitzung.

Sieben Liter die Sekunde

Im Rat führte Valentin Maier vom zuständigen Ingenieurbüro eingehend den Stand und die Meinung der Fachbehörden aus. So wurde anhand der Ergebnisse eines Pumpversuchs der seit 1991 genutzten Quelle im Schulzenschlag festgelegt, eine dauerhafte Schüttung von etwa sieben Litern pro Sekunde zu beantragen. Das ergibt rund 100 000 Kubikmeter Wasser im Jahr. Die Fachstellen rieten weiterhin zur Anreicherung mit Sauerstoff und zum Enteisen des Wassers.

Bei der so genannten Bauernquelle in Richtung Wiesentheid wurde vereinbart, dass sie offen bleibt. Aus ihr darf künftig aber nur Brauchwasser entnommen werden. Dafür will die Gemeinde gleichzeitig eine Genehmigung beantragen. Zugute käme der Kommune, dass sie dann den Landwirten, die in der bis zu 2,3 Kilometer um die Quelle herum reichenden Schutzzone Flächen besitzen, keine Entschädigungen mehr zahlen müsste. Bürgermeister Schulz wies darauf hin, dass die Nutzung von Erdwärmesonden weiterhin nicht erlaubt ist. Wegen der Schutzzonen für das Trinkwasser darf ein Bauherr nämlich nicht tiefer als 15 Meter in die Erde bohren.