In Albertshofen gehört das Necken der Mainstockheimer, die bekanntlich auf der anderen Mainseite leben, dazu, wie das tägliche Brot. Beim Kirchweihumzug am Sonntag bekamen das die Leute plakativ zu lesen, denn die Albertshöfer mit dem Brauchtumsvereins-Vorsitzenden Philipp Wenkheimer an der Spitze schrieben auf Seite eins der Kerwazeitung: „Wie schö wärs doch bei uns am Mee, würd mer nit ständig Stouga seh.“

Mit Seitenhieben auf die Mainstockheimer, deren Gemeinde auf der anderen Mainseite meist als „Buchbrunn-Ost“ tituliert wird, sparten auch die Kirchweihprediger Daniel Bayer und Tobias Hofmann nicht. Bayer und Hofmann bedauerten den Fährmann, denn der sei „die ärmste Sau“, müsse er doch täglich hundertmal über den Main nach Mainstockheim fahren.

Die Prediger berichteten noch von Kuriositäten seit der letzten Kerm wie von einem verliebten Brummifahrer, der statt am Lenkrad zu sitzen den warmen Platz im Bett neben seiner Frau vorzog. Die Prediger amüsierten sich sich auch über eine Familie, die sich auf Großwildjagd begeben haben soll: um eine Maus zu fangen.

Die Albertshöfer haben heuer ein Jubiläumsjahr, was besonders den Wasentanz an diesem Dienstag betrifft, denn die Traditionsveranstaltung findet heuer in 125. Auflage statt. Als Trägerverein der Kirchweih und der Burschenschaft gründeten die „Höpper“ vor 25 Jahren den Brauchtumsverein, unter dessen Flagge die Traditionen im Gärtnerdorf hoch gehalten werden. „Das war aus heutiger Sicht betrachtet, ein cleverer Schachzug“, findet Vorsitzender Philipp Wenkheimer.

Der Verein feierte sein Jubiläum im September mit einem Festabend und einem zünftigen Burschenschaftswettkampf mit Disziplinen wie Maßkrugstemmen, Wettsägen und Wettschnupfen. Die Albertshöfer nutzten den Heimvorteil, um unter neun Burschenschaften aus dem Landkreis den Sieg zu holen und hoffen, dass die Kollegen aus Rüdenhausen eine solche Veranstaltung auf die Beine stellen. Dann könnte es im Landkreis eine weitere Tradition geben.

Angeführt vom Vorreiter Lukas Kraus schlängelte sich am Sonntag ein sehenswerter Umzug durch den Ort. Nicht nur die Herren des Hohen Rates in Anzug und Zylinder ließen die Kerm und Albertshofen am laufenden Band hoch leben. Wegen des Wasentanz-Jubiläums marschierte auch eine große Gruppe ehemaliger Wasentanz-Paare mit, die eine kurze Einlage in der Kirchgasse hinlegten. Die vielen Festwagen und Bulldogs schmückte knackiges Gemüse. Der Tradition folgend, stellten die Kirchweihburschen wieder alte Handwerksberufe wie den Maler oder den Schornsteinfeger dar und ernteten reichlich Applaus für einen Umzug, den gerade die Fußgruppen interessant und lebhaft machten.

Nach dem Schubkarrenrennen und dem Kirchweihtanz am Montag beginnt an diesem Dienstag, der höchste Feiertag der Kerm: Um 13 Uhr holen die Burschen ihre Festbräute ab und zelebrieren ab 14 Uhr an der Lohwiese den Wasentanz mit dem anschließenden Göikerschlagen. Den Abschluss bildet der Stimmungsabend mit „Let's dance“ ab 20 Uhr in der Gartenlandhalle.