WIESENTHEID/PRICHSENSTADT

Eine denkwürdige kalte Nacht

Wer in Wiesentheid und Prichsenstadt eine Gasheizung hat, der verbrachte eine kalte Nacht zum Freitag, da neben der Autobahn zwischen Feuerbach und Kleinlangheim eine Gasleitung angebohrt wurde.
Geschafft: Die Schieber werden in Wiesentheid wieder aufgedreht. Foto: Foto: Gerhard Krämer
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Wer in Wiesentheid und Prichsenstadt eine Gasheizung hat, der verbrachte eine kalte Nacht zum Freitag, da neben der Autobahn zwischen Feuerbach und Kleinlangheim eine Gasleitung angebohrt wurde. Über Nacht konnten Bayernwerk-Techniker und Partnerfirmen ein neues Erdgasrohr unter der Autobahn einziehen und ab 6 Uhr wurden die Haushalte nach und nach wieder mit Gas versorgt. Vorrang hatten dabei Altenheime, Schulen und Kindergärten.

„Es hat alles wunderbar funktioniert“, lobt Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier das Zusammenspiel aller Beteiligten. Schneller als erwartet sei die Gasversorgung wieder angelaufen. „Alles gut gelaufen“, schließt sich Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr an, wenngleich sein Rathaus gestern Mittag noch kalt war.

„Aber es gibt eine Prioritätenliste, nach der vorgegangen wurde“, sagte Schlehr gegenüber dieser Zeitung. Und Schule und Kindergarten seien wieder warm, freut er sich.

„Eine Prioritätenliste, nach der vorgegangen wurde.“
René Schlehr, Bürgermeister Prichsenstadt

Mit Schulen gab es in Wiesentheid keine Probleme. Wohl aber mit den beiden örtlichen Kindergärten St. Mauritius und Hortus Mariae, die am Freitag aber einen Notbetrieb eingerichtet hatten.

Während im Kindergarten Hortus Mariae es ab 7.30 Uhr wieder warm wurde, ging dies im ausgekühlten Kindergarten St. Mauritus nicht so schnell. Aber mit verständnisvollen Eltern, wärmer angezogenen Kindern und vor allem mit Heizlüftern in zwei Räumen meisterte der Kindergarten auch diese Situation.

Heizlüfter waren in der Tat sehr begehrt. Die kamen auch im Wiesentheider Rathaus zum Einsatz. Dort nämlich sei vor zwei Wochen die Heizung erneuert worden, weswegen man sich im Rathaus mit Elektrolüftern hatte behelfen müssen, erzählt Christian Sturm, geschäftsleitender Beamter der Verwaltungsgemeinschaft und als Leiter des Ordnungsamtes auch Chef des im Rathaus eingerichteten Führungsstabes. Und die Lüfter lagerten noch im Rathaus.

Das half auch einigen wenigen Bürgern, die am Freitagvormittag ins Rathaus kamen und fragten: „Habt ihr es schon warm?“ Die durften sich natürlich im Rathaus aufwärmen und das BRK versorgte sie mit warmen Tee und Decken. Vom BRK waren laut Kreisgeschäftsführer Harald Erhard die Bereitschaften Wiesentheid und Prichsenstadt im Einsatz. Sie versorgten zum Beispiel auch die Feuerwehr und die Mitarbeiter des Energieversorgers.

Bewohner aus ausgekühlten Wohnungen hätten allesamt bei Bekannten Unterkunft gefunden, sodass die Wärmestube nicht hätte geöffnet werden müssen, freut sich Knaier. Die Pflegeeinrichtungen und Gewerbebetriebe waren meist gut vorbereitet und konnten den plötzlichen Versorgungsstopp gut kompensieren.

Örtliche Installateure und mehrere Teams des Energieversorgers Bayernwerks seien mit Unterstützung der  Feuerwehr seit den frühen Morgenstunden von Haus zu Haus gegangen, um jeden Kunden wieder ans Netz zu nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung des Energieversorgers. Dazu sei eine Überprüfung jedes Gasanschlusses und aller Gasregelgeräte erforderlich gewesen.

Die Einsätze der Zweierteams koordinierte im Rathaus Jürgen Götzendörfer. In Einzelfällen mussten die Teams auch in die Wohnung. Bis Freitagabend lief die Versorgung weitgehend normal. Restarbeiten werden noch am Samstag erledigt.

Bis bei der beschädigten Gasleitung die Zufuhr gestoppt werden konnte und sich der Gasgeruch verflüchtigt hatte, war auch die A 3 komplett gesperrt. Die Polizei ließ die Pkw in Fahrtrichtung Nürnberg während der Sperrung drehen und zur Ausfahrt Schwarzach zurückfahren. Auf den Umleitungsstrecken hieß es Nerven bewahren, überall herrschte dichter Verkehr.