Die Angebotspalette an Kindergärten in Volkach könnte sich im September um ein attraktives Angebot erweitern, nämlich mit einem Waldkindergarten. Seinen Platz soll er in einem Waldstück in Volkach finden, zwischen der Rimbacher Straße und der Staatsstraße nach Eichfeld.

Über entsprechende Gespräche mit einer Elterninitiative informierte Volkachs Bürgermeister Peter Kornell die Stadträte unter „Verschiedenes“ gegen Ende der außerordentlichen Ratssitzung am Mittwochabend. Unter der Trägerschaft der AWO Würzburg könnten sich die Kinder auf 2500 Quadratmetern im Waldstück einrichten, ein Nutzungsvertrag zwischen der Stadt und der AWO müsse abgeschlossen werden, so Kornell weiter. Die AWO werde sich auch um Formalitäten wie etwa die Abrechnung von Fördermitteln kümmern. Die beiden städtischen Ökoflächen in der Nähe des Waldkindergartens sieht der Bürgermeister nicht gefährdet.

In Absprache mit der Jagdgenossenschaft, die dem Ansinnen wohl positiv gegenübersteht, würde für die Kinder und die Erzieher eine Schutzhütte aufgestellt werden. „Viel mehr brauchen sie da auch nicht“, fuhr Kornell fort. Der Betrieb laufe ganzjährig im Freien, lediglich bei extremen Minusgraden und einem angekündigten Sturm „gehen die natürlich nicht in den Wald“. Als mögliches Ausweichquartier dachte Kornell laut über den Beatkeller im Pfarrheim nach, der vormittags nicht genutzt werde. Da Waldkindergärten im Landkreis keine Besonderheit mehr seien – in Kitzingen und Rödelsee existiert bereits jeweils einer, in Iphofen ist er geplant, einige weitere Einrichtungen verfügen über Waldgruppen – , erwartet Kornell auch eine Genehmigung seitens des Landratsamtes.

Zur Parkplatzsituation sagte Kornell, dass es natürlich keinen regelrechten Parkplatz geben werde. Durch das Waldstück zieht sich zwischen der Rimbacher und der Eichfelder Straße ein Weg, „und den werden wir am Rand ein bisschen verstärken, damit die Eltern beim Bringen und Holen der Kinder dort kurz halten können“.

Außerdem sei angesichts der aktuellen Bedarfssituation an Kindergartenplätzen schon eine gewisse Entspannung zu erwarten.

Für die nächste Ratssitzung (19. Februar) will der Bürgermeister Vertreter der Initiative einladen, die das Konzept vorstellen sollen. „Lasst euch die Sache durch den Kopf gehen und bringt Fragen mit“, ermunterte Kornell die Räte, sich mit der Angelegenheit Waldkindergarten zu beschäftigen.

Um ihn in Betrieb nehmen zu können, müssen mindestens zehn Kinder angemeldet werden, fuhr Kornell fort. „Bis Mitte April muss geklärt werden, ob er kommt oder nicht.“ Da es sich um eine Information des Bürgermeisters handelte, war ein Beschluss nicht vorgesehen.