Bei der Einweihung der Kreisstraße KT12 gestern Nachmittag gab es im Gegensatz zu anderen Verkehrsfreigaben gleich zwei Hauptredner. Denn die sanierte und ausgebaute Kreisstraße ist zugleich die Hauptverkehrsader in Mainbernheim. Innerhalb der Stadt heißt sie Schützenstraße und ist die Verbindung von der B 8 über Rödelsee zum Schwanberg.Und hier ging es um ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Landkreis.
Viele Kommunalpolitiker von der Landrätin bis zu den Mainbernheimer Stadträten, Mitarbeiter der Baufirma und des Landratsamts und viele Mainbernheimer Bürger feierten diesen feierlichen Akt zusammen.
"Der Landkreis Kitzingen engagiere sich sehr für den Ausbau und die Instandhaltung seiner immerhin 260 Kreisstraßenkilometer", sagte Kreis-Chefin Tamara Bischof (Freie Wähler). "Wir tun das für Sie, die Bürger", sagte sie zu den Mainbernheimern, die sich auf dem Parkplatz vor dem Schützenhaus auf Bierzeltgarnituren unter Sonnenschirmen niedergelassen hatten.
Die Arbeiten an der Kreisstraße waren eine gemeinsame Maßnahme der Stadt Mainbernheim und des Landkreis. Sie kostet 272 000 Euro. Tamara Bischof sagte, die Regierung von Unterfranken habe einen Zuschuss von zirka 90 000 Euro in Aussicht gestellt. Die Kreisstraße wurde ausgebaut, im Zuge dessen ließ die Stadt Mainbernheim eine Überquerungshilfe für Schüler und Kindergartenkinder errichten. Der Gehweg wurde erneuert. Rund 63 000 Euro bezahlt die Stadt dafür.

Für den Landkreis bedeutet das Projekt eine Investition von rund 209 000 Euro für ein 280 Meter langes Stück Kreisstraße.

"Das ist ungefähr ein Tausendstel", hatte Bürgermeister Karl Wolf (FWG) schnell ausgerechnet.
Freilich sei dieses Stück Kreisstraße etwas anspruchsvoller als eine Straße auf freier Strecke. Anlieger hätten zehn Wochen lang Lärm und Beeinträchtigungen hinnehmen müssen, vor allem die Druckerei, der Kindergarten, die Arztpraxis und die Geschäfte.Wolf dankte allen für ihr Verständnis, das hatte zuvor auch die Landrätin getan.
Kurt Kraus zum Beispiel konnte mit seinem Auto drei Wochen lang nicht mehr auf sein Grundstück in der Dr.-Eduard-Krauß -Straße fahren. "Also habe ich am Schießhausplatz geparkt und bin die 250 Meter zu meinem Haus gelaufen", erzählt er. Eine Anwohnerin erinnert sich mit Grauen daran, wie "manchmal alles gewackelt" hat, wenn die Baumaschinen am Werk waren. Und der Zeitraum, in dem die Einbahnstraße Nürnberger Straße als Umleitungsstrecke in beide Richtungen befahrbar war, ist allen im Gedächtnis geblieben.
"Auch wir Rödelseer freuen uns, dass die Straße wieder in Betrieb genommen wird", sagte der Pfarrer aus dem Nachbarort, Jan Peter Hanstein, der die neue Strecke auch segnete.

Für Gerhard Waldmann, Streckenkontrolleur in Diensten des Landkreises, war diese Einweihungsfeier ein wehmütiger Moment.

Der für die südlichen Kreisstraßen zuständige Streckenkontrolleur geht bald in Altersteilzeit. "Heute ist einer meiner letzten Arbeitstage der aktiven Phase", sagte der Mann, der jede Kurve, jedes Schild und fast jeden Leitpfosten kennt. Als Ansprechpartner für die Kommunen war er in letzter Zeit öfter in Mainbernheim zu sehen.
Bürgermeister Wolf freute sich, "dass alle Wege wieder in allen Richtungen offen" sind und appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, sich nach dem Paragrafen 1 der Straßenverkehrsordnung zu richten: "Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird."