Eigentlich zeugen nur seine braun-gebrannten Füße davon, dass der Mann in der braunen Mönchskutte die vergangenen 17 Jahre seines Lebens in Bolivien verbracht hat. Ansonsten wirkt er schon sehr deutsch, mit seinem runden Bäuchlein und dem ab und zu anklingenden fränkischen Dialekt.

Pater Georg ist gerade auf Urlaub in seiner Heimatstadt Dettelbach. Vor fast genau 36 Jahren wurde er in der Wallfahrtskirche zum Priester geweiht, heute betreut er die Gemeinde Baures in Bolivien. Den Menschen dort geht es eigentlich gut. „Ich will nicht sagen, meine Pfarrei litte Not“, erklärt er. „Es kommt vor.“ Allerdings übersteigt ein neues Projekt ihre Kräfte – und deswegen bittet er seine Landsleute um Hilfe.

Die Gemeindemitglieder in Baures haben nämlich keine Kirche mehr, beziehungsweise, das Gebäude ist zu klein geworden. Vor 90 Jahren brannte die ursprünglich barocke Missionskirche ab. „An ihre Stelle hat die Dorfbevölkerung einen kleineren Bau errichtet, soweit es mit ihren beschränkten Mitteln möglich war“, schreibt Pater Georg in seinem Spendenaufruf. „Die Kirche ist nicht ausreichend für die Dorfbevölkerung, die Sonntagsgottesdienste am Morgen und am Abend sind voll, und dazu müssen noch Leute draußen vor der Tür und den Fenstern stehen.“

Um eine neue, größere Kirche zu bauen, fehlen Pater Georg und seinen Schützlingen aber die Mittel. „Unser Muttergottesvolk von Baures kann seine Kirche nicht selber errichten“, sagt er und hofft auf Hilfe aus Franken. „Was sie leisten konnten, haben sie getan: die Fundamente ausgeschachtet und mit Beton ausgegossen.“ Für die Planung und die Arbeiten wird aber Fachpersonal gebraucht. „Darum wage ich es, Sie um Hilfe zu bitten“, so Pater Georg.

Vor allem auf „seine“ Dettelbacher hält er viel. „Ich weiß, dass Sie die Schwestern in Afrika unterstützen – und jetzt meldet sich auch noch ein Franziskanerbruder aus Südamerika. Doch ich hoffe, dass ich in meiner Heimatstadt noch nicht ganz vergessen bin.“ In seiner neuen Heimat denken die Menschen ganz sicher jeden Tag an ihren Pater Georg. „Sie standen Spalier, als ich nach Deutschland abgereist bin, und fragten: 'Bekommen wir einen Kirche'?“ Die Bewohner von Baures scheinen all ihre Kraft aus der Gemeindearbeit zu schöpfen. Die Ortschaft im äußersten Nordosten im Tiefland Boliviens ist für ein halbes Jahr abgeschnitten von der Welt – weil in der Regenzeit die Wege unpassierbar sind. Auch die Piste des Flugplatzes ist dann nicht nutzbar.

Handel und Wirtschaft sind somit wenig entwickelt, die landwirtschaftlichen Produkte können kaum verkauft, aber auch nicht allzu lange gelagert werden – wegen des feuchtheißen Klimas. Das einzige, womit man wirklich richtig Geld machen könnte, wäre eine Kakao-Plantage. Bis die das erste Mal Früchte trägt, würde es aber bis zu acht Jahre dauern – und da sind die Einheimischen doch eher skeptisch. Somit kommt kaum Geld ins Dorf. Schon gar nicht genug, um damit eine neue Kirche zu bauen.„Letztes Jahr haben wir rund 2000 Dollar an Spenden erhalten“, sagt Pater Georg. „Da der Architekt mit etwa 350 197 Dollar Kosten rechnet, wären wir in etwa 200 Jahren mit der Kirche fertig“, erzählt er er nicht ohne Ironie.

Er hat seinen Gemeindemitgliedern aber versprochen, sein Möglichstes zu tun, um in Deutschland für das Bauvorhaben weiterzusammeln. Auch an die Missionszentrale der Bundesrepublik, zur kirchlichen Organisation „Adveniat“ und dem Würzburger Missionsreferendariat möchte er gehen. Angefangen wird aber in seiner Heimatstadt Dettelbach. „Wären Sie bereit, ein klein bisschen Patenschaft zu stehen für die Missionskirche?“, fragt er in den Flugzetteln, die an die Haushalte verteilt werden. „Ein bisschen nur. Doch wenn viele ein bisschen helfen, geht am Ende doch Großes.“

So können Sie helfen

Kontakt kann man mit Pater Georg unter folgender Adresse aufnehmen: Pater Georg Redelberger, Casilla 337, Santa Cruz Bolivien.

Spenden an Pater Georg Redelberger:

Konto-Nummer133 45 90 bei der Raiffeisenbank Würzburg, BLZ 790 900 00.