Wolfgang Anger hat sich als einer der wenigen an die Regeln gehalten. Der Bürgermeister aus Lülsfeld kommt zu Fuß zur Landkreisgrenze zwischen Schweinfurt und Kitzingen, dort, wo die Kreisstraße SW 45 zur KT 40 wird, wenige hundert Meter vor dem Ortseingang von Brünnau. Alle anderen (auch der Reporter) haben die bestehenden Absperrungen vorsichtig umfahren. Ausnahmsweise.
Seit Dienstag ist die Kreisstraße für den Verkehr offiziell gesperrt. Schweres Gerät steht bereits vor Ort, um aus der schmalen, kuppelreichen Strecke eine verkehrssichere Verbindungsstraße zwischen Schallfeld und Brünnau zu machen. Beim obligatorischen Spatentisch tummelten sich viele offizielle Vertreter, die Kitzinger Landrätin Tamara Bischoff etwa, oder der Schweinfurter Landrat Harald Leitherer. Schließlich sind zwei Landkreise von der Baumaßnahme betroffen. "Das ist nicht alltäglich", sagte Bischoff - und kam gleich auf die Vorteile der Landkreis-Kooperation zu sprechen: "Der Auftrag ist nur einmal ausgeschrieben worden, dadurch sind die Gesamtkosten günstiger. Gemeinsam geht es besser."

Wiedereröffnung Mitte August


Ausgeschrieben hat den Auftrag der Landkreis Schweinfurt, der Grund hierfür liegt auf der Hand: Von der 1435 Meter langen Baustrecke entfallen 1090 Meter auf Schweinfurter Territorium, nur 345 Meter befinden sich auf Kitzinger Gebiet. Rund vier Monate werden die Arbeiten dauern, läuft alles nach Plan, wird die neue, breite Kreisstraße Mitte August wieder eröffnet.
Dass es nun endlich losgeht, wird auch höchste Zeit, meint Anger. "Die Straße ist ja wirklich marode", sagt der Lülsfelder Bürgermeister, deutet auf große Risse am Fahrbahnrand und die vielen, welligen Kuppen. Erschwerend kommt die geringe Breite hinzu. An vielen Stellen ist die Straße nur 4,70 Meter breit, kommt Verkehr entgegen, wird es knifflig. Platzprobleme werden künftig aber der Vergangenheit angehören: Die Straße wird auf durchgehend sechs Meter verbreitert, flankiert von einem ca. ein Meter breitem Bankett. Auch der Sichtwinkel werde verbessert, das heißt: Die Straße wird, so weit es geht, begradigt - dennoch erfolgt der Ausbau weitestgehend auf der vorhandenen Trasse.
Mit dem Spatentisch haben die Arbeiten ihren Anfang genommen, bis zum Abschluss bleibt die Kreisstraße für den Verkehr gesperrt. Abgesehen von der Aumühle. Deren Bewohner dürfen auch in der Zwischenzeit die Straße benutzen, wenngleich es durch die Baustellenfahrzeuge etwas eng werden könnte.