Wenn Prinz Willem-Alexander und seine Frau Maxima am 30. April den niederländischen Thron besteigen, kommt der "Krönungswein" aus Unterfranken. Das Weingut Hans Wirsching in Iphofen hat zu diesem Zwecke 6000 Falschen mit einem Spitzen-Riesling der Lage Julius-Echter Berg abgefüllt.
Der "Koningswijn" ist kein PR-Gag, sondern entstand mit dem Segen des königlichen Kabinetts. Die Initiative dazu ging von dem deutschen Journalisten Helmut Hetzel aus, der in den Niederlanden als Korrespondent arbeitet. Er gehört zur Runde, die Königin Beatrix regelmäßig zum Politischen Tee einlädt. Am Rande eines solchen Treffens heckte Hetzel die Idee mit dem Direktor des königlichen Kabinetts aus. Die Wahl fiel auf das Prädikatsweingut Wirsching, das für seine Rieslingweine bekannt ist.
"Königin Beatrix und ihre Schwiegertochter Maxima trinken gerne Riesling", weiß Weingutsleiterin Andrea Wirsching.
Da die Anfrage erst sehr kurzfristig kam, war Eile angesagt. "Wir hatten erfreulicherweise noch die besten Rieslingweine in den Fässern." Das allerdings nicht in unbegrenzter Menge. Deshalb wird der vermutlich auch für Sammler interessante Wein nach ihren Angaben nur "sehr restriktiv" abgegeben.
Vorab hat Außenmister Guido Westerwelle schon ein Exemplar in Empfang nehmen können. Das Hauptkontingent geht in die Niederlande und nach Belgien. Deshalb orientiert sich die Aufmachung der Literflasche an dem dortigen Verbrauchergeschmack. Das Etikett hat die Niederländische Gestalterin Helene van `t Hoen entworfen. Mit viele Orange, der Farbe des Königshauses von "Oranien-Nassau".
Echte Kenner werden mit dem Wein zum Krönungszeitpunkt noch nicht anstoßen, weil er für die optimale Geschmacksentfaltung noch zu jung ist. Dafür verspricht Andrea Wirsching
lange Haltbarkeit. Wer eine Flasche vom "Koningswijn" ergattern will, muss dafür in Deutschland 18,50 Euro hinlegen.
Vom Iphöfer Julius-Echter-Berg kommt nicht zum ersten Mal ein "königlicher Wein". Bei der Krönung von Queen Elisabeth im Jahre 1953 wurde ein Riesling des Juliusspitals ausgeschenkt, der aus dieser Lage stammte. Es handelte sich um einen edlen Tropfen des Jahrgangs 1950.
50 Jahre später überreichte die Würzburger Stiftung dem damaligen englischen Botschafter Sir Paul Liever einen "Erinnerungswein".

Queen steht auf Juliusspital

Der hat der Ginliebhaberin im Buckinghampalast offenbar gemundet. Denn als sie 2004 zum Staatsbesuch nach Berlin kam, wurden die Würzburger Winzer erneut zum Hoflieferant: Natürlich wieder mit einem Riesling vom Julius-Echter Berg.