Es gibt ein seit vielen Jahren immer wieder diskutiertes Thema in Prichsenstadt: die öffentliche WC-Anlage. Die einzige ihrer Art befindet sich im Keller des Rathauses, und die ist abends und an den Wochenenden geschlossen. Ausweichmöglichkeiten gibt es zwar in den Gaststätten, aber auch die sind nicht immer geöffnet. Deshalb befasste sich der Kultur- und Tourismusausschuss mit einigen Varianten, die Thomas Buchholz, der städtebauliche Berater der Stadt, in der jüngsten Ausschusssitzung vorstellte.

Variante eins wäre ein Einbau in die Straßenhausscheune im Bereich des Kindergartens, "es wäre sogar das Allereinfachste und auch das Eleganteste", so Buchholz. Sie war beim damaligen Umbau schon barrierefrei angelegt worden, es seien alle Anschlüsse (Strom/Wasser/Kanal) vorhanden, und wegen der Nähe zur Bushaltestelle sei auch die Lage ideal. Die Kosten bezifferte Buchholz auf etwa 80 000 Euro. Die müsste die Stadt allein tragen, sagte Bürgermeister René Schlehr. Die Scheune sei bereits über die Städtebauförderung bezuschusst worden, eine zweite Förderung für ein und dasselbe Projekt sei ausgeschlossen.

Variante zwei wäre ein Neubau am Parkplatz am Friedhof, der an die 170 000 Euro kosten würde. Ein Kanalanschluss ist zwar vorhanden, doch fehlt die Wasserleitung, und die ist in diesen Kosten noch nicht enthalten. Buchholz‘ Plan sieht einen rechteckigen Bau mit den Maßen 12,80 mal vier Meter vor, mit einem Behinderten-WC und einem Putzraum. "Diese Anlage müsste mehrmals täglich gereinigt werden, mit einmal Putzen am Abend ist es da nicht gemacht", so der Bürgermeister.

Diesen Standort sah Helmut Hümmer als nicht so ideal an. Pascal Zörner hingegen sagte er zu, weil dort die Führung der Nachtwächter beginne. Auch könnten Touristenbusse an diesem Parkplatz stehen, und erfahrungsgemäß suchen Touristen nach einer Busfahrt als Erstes eine Toilette.

Im Sparkassengebäude

Fabian Uhl schlug vor, das öffentliche WC im Gebäude der Sparkasse unterzubringen, die dort ausgezogen ist. Es herrsche dort noch Automatenbetrieb, so der Bürgermeister. Außerdem sei in dem von Uhl anvisierten Bereich zwar ein WC, "aber nur ein sehr kleines für das damalige Personal". Für beide von Buchholz vorgestellte Varianten gab es Befürworter im Ausschuss, eine Entscheidung darüber trifft der Stadtrat.

Das gilt auch für einen Wohnmobilstell- und kleinen Campingplatz, ebenfalls ein seit längerem diskutiertes Projekt. "Ohne eine WC-Anlage brauchen wir einen solchen Platz erst gar nicht überlegen", so der Bürgermeister. Auch hier präsentierte Buchholz den Plan eines WC-Sanitärgebäudes mit Duschen, Waschraum (für Waschmaschinen) und einem Spülplatz. Räumlich käme dafür der Bereich des alten Schwimmbades in Frage, östlich der Altstadt in der Nähe des Eulenturms. Dort wäre auch aus städtebaulicher Sicht ein Mehrgenerationenplatz möglich, sagte Buchholz. Wie teuer diese WC-Anlage an dieser Stelle sein würde, hat Buchholz noch nicht errechnet.