Auf dem Schreibtisch von Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr landete kürzlich ein Antrag aus dem Ortsteil Järkendorf. Andreas Ebert beantragt, die Wahl eines Ortssprechers durchführen zu lassen, und hat seinem Antrag gleich eine Unterschriftenliste beigelegt. Die wird der Bürgermeister nun prüfen lassen und, wenn alles in Ordnung sei, auch eine Versammlung mitsamt Wahl einberufen.

Das Problem sei, dass aktuell kein Mensch wisse, wie lange die Kontakt- und Versammlungsbeschränkungen noch laufen werden. Man könne die Wahl doch erleichtern und eine Briefwahl durchführen lassen, regte Harald Rückert an. Ein Aspekt, den der Bürgermeister mit seine Überlegung aufnehmen wird. Es geht ihm aber auch um die Vorstellung eines Kandidaten, denn nicht unbedingt muss ein Antragsteller auch gleichzeitig ein Kandidat für das Amt des Ortssprechers sein. Idealerweise läuft diese Vorstellung in einer Bürgerversammlung, bei der nur die Bewohner des Ortsteils das Vorschlags- und Stimmrecht bei der dann geheimen Wahl haben.

Ein Ortssprecher hat eine beratende Stimme im Stadtrat, kann Anträge stellen und dadurch die Möglichkeit, die Interessen seines Ortsteils direkt ins Gremium zu bringen. Und ein Ortssprecher kann auch während der laufenden Legislaturperiode jederzeit gewählt werden, sagte Schlehr. "Jetzt warte ich noch auf Kandidatenvorschläge, und dann muss man sehen, wie es weitergeht." Für Bimbach könnte sich der Bürgermeister auch einen Ortssprecher vorstellen, doch dort habe sich bislang niemand finden lassen, der dafür kandidieren wolle.