"Das war die größte Baustelle seit vielen Jahren hier in Hüttenheim", erklärte Willanzheims Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert bei der Einweihung des neuen Kindergartens mit Dorfgemeinschaftshaus. Wie komplex die Situation bei dem zweigleisigen Projekt war, zeigte sich laut Bürgermeisterin schon an der Zahl der Geldgeber: Aus insgesamt neun Fördertöpfen flossen anderthalb Millionen Euro Zuschüsse für das 2,7 Millionen Euro teure Gesamtwerk. 1,2 Millionen Euro musste die Gemeinde selbst aufbringen.

Die Bürgermeisterin freute sich, dass auch mehrere Eltern fleißig auf der Baustelle mitgeholfen hätten. Landrätin Tamara Bischof hatte es sich nicht nehmen lassen, trotz ihres 59. Geburtstags zu dem Termin zu kommen. Reifenscheid-Eckert gratulierte und bedachte die Landrätin mit Blumen, die Kinder sangen ein Geburtstagsständchen. Auch Bischof gratulierte: zu dem "wunderbaren Kindergarten" und dem wichtigen Dorfgemeinschaftshaus. Beide Einrichtungen seien wichtig für die Infrastruktur und Entwicklung der Orte im ländlichen Raum.

Die Bürgermeisterin spricht von Bereicherung für den ganzen Ort

Ingrid Reifenscheid-Eckert warf einen kurzen Blick zurück. Vor drei Jahren sei das ehemalige Schulhaus abgerissen worden. 2019 hatte sie den ersten Spatenstich für das neue Projekt vollzogen, und "heute stehen wir vor einem stolzen Ergebnis", sagte sie. Für den Bauverlauf lobte sie die Planerin Julia Engelbrecht vom Architekturbüro Buchholz & Platzöder. Im Sommer 2021 sei das Projekt fertig gewesen, "und auch wir waren alle fix und fertig", bekannte die Bürgermeisterin. Nun haben die Kinder einen nagelneuen Kindergarten. Im Gebäudekomplex fand auch das Gemeindearchiv Platz, es gibt Räumlichkeiten für Blutspendetermine, Platz für Versammlungen.  "Es ist eine Bereicherung für Hüttenheim und die ganze Gemeinde Willanzheim", meinte Reifenscheid-Eckert.

Leitender Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung betonte, dass seine Behörde großen Wert darauf lege, die Lebensqualität im ländlichen Raum zu stärken. Er hob hervor, wie schön es sei, so eine absolut ebenerdig gestaltete Einrichtung zu haben. Nicht nur Rollstuhlfahrer wüssten das zu schätzen. Julia Engelbrecht ging auf die kurze Planungsphase ein. Alles habe zügig gehen müssen, der Kostenrahmen wurde eingehalten. Sie fand, dass die Außenanlagen dem Gebäudekomplex den Feinschliff geben. "Ich denke, wir haben es geschafft, einen Ort zum Wohlfühlen zu schaffen", so Engelbrecht

Die katholische Pastoralassistentin Andrea Friedrich und der evangelische Pfarrer Matthias Subatzus gaben der Einrichtung den kirchlichen Segen. Da der Kindergarten in evangelischer Trägerschaft geführt wird, äußerte Subatzus seine Freude über die Einrichtung, nachdem die Situation im alten Kindergarten jahrelang Kopfzerbrechen bereitet habe. Der Pfarrer lobte die Arbeit des Kindergartenteams um die Leiterin Katja Kahl zum Wohl der Kinder.