Es war ein Zusammentreffen mit weitreichenden Folgen: Ende 2011 – Mitten in den Vorbereitungen für die Kulturstationen im Frühjahr 2012 – gerieten Kitzingens Bürgermeister und Künstler Klaus Christof sowie Veranstalterin Brigitte Meister-Götz aneinander. Damals stellte der Stellvertreter des OB die Kompetenz von Meister-Götz in Frage – die daraufhin erzürnt das Handtuch warf.

Seither hat der Landkreis Kitzingen sein kulturelles Aushängeschild verloren. Seit drei Jahren existieren die Kulturstationen, die von Ort zu Ort zogen und Jahr für Jahr Tausende von Besuchern anzogen, nun schon nicht mehr. Ein Umstand, den man im Landratsamt dringend zu beenden gedenkt.

Keine Wiederauflage

Hinter den Kulissen wurden inzwischen die Weichen gestellt: Vergangenes Frühjahr fand ein Gespräch mit Brigitte Meister-Götz statt. Ergebnis: Die ehemalige Kulturstationen-Chefin sprach sich gegen eine Wiederauflage der Veranstaltung aus und empfahl, ein neues Konzept für eine „kulturhistorische Veranstaltung“ zu entwickeln, möglicherweise im jährlichen Wechsel mit „Artbreit“ in Marktbreit.

Genau um diese konzeptionelle Entwicklung ging es zuletzt bei einem Wettbewerb: Hier hoffte man auf eine zündende Idee für eine möglichst attraktive Nachfolge-Veranstaltung.

Bisher war es so, dass sich an den Kulturstationen seit 2004 jeweils im Frühjahr bis zu 70 Künstler beteiligten. Der Charme bestand darin, dass die einzelnen Ausstellungen teilweise an Orten stattfanden, die sonst kaum zugänglich sind – Weinkeller zum Beispiel.

Brigitte Meister-Götz hatte dabei die künstlerische Leitung. Ihr Budget lag bei überschaubaren 15 000 Euro pro Jahr – ein echtes Sonderangebot für eine Veranstaltung dieser Größe. Zuletzt fand die Veranstaltung 2011 in und um Wiesentheid statt. Dass es die letzte ihrer Art sein sollte, konnte allerdings damals keiner ahnen.

Im Bemühen um eine Nachfolge wurde dann Ende vergangenen Jahres ein Ideen- und Konzeptwettbewerb ausgeschrieben. Ergebnis: Gut 20 Vorschläge trudelten im Landratsamt bis zum Stichtag Ende Januar ein. Anfang April ließ sich eine interne Jury in Zusammenarbeit mit einer Kulturagentur aus den Haßbergen die Vorschläge präsentieren und nahm zunächst eine Vorauswahl vor.

Entscheidung vor Sommerpause

Die besten Ideen kommen noch vor der Sommerpause in den Kreistag. Der wird dann endgültig über die geeignete Nachfolge der Kulturstationen entscheiden.

Bei den derzeit laufenden Haushaltsberatungen des Landkreises stimmte der Kreisausschuss einstimmig zu, weitere Mittel für die angestrebte Kulturveranstaltung bereitzustellen. Derzeit befinden sich in dem Kulturtopf knapp 34 000 Euro. Reichen dürfte das allerdings noch nicht. Je nach Gewinnerkonzept muss noch einmal tief in die Tasche gegriffen werden: Unter 50 000 Euro, darüber herrschte im Ausschuss Einigkeit, dürfte eine gute Kulturveranstaltung heutzutage kaum zu haben sein.