Der Einladung zur 37. Auflage des Kreisseniorentreffens der CSU waren trotz der Hitze fast 400 Senioren aus dem gesamten Landkreis in den Casteller Schlosspark gefolgt. Doch einer wurde schmerzlich vermisst: Albrecht Fürst zu Castell-Castell. Erst vor zwei Monaten war der Hausherr und Stammgast dieser Veranstaltung gestorben. An vielen Stellen wurde seiner gedacht.

Bereits bei der Begrüßung erinnerte die stellvertretende Kreisvorsitzende Doris Paul an den Senior, später bedankte sich Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell in seiner Ansprache „für die ehrenden Worte, für meinen Vater. Die Anteilnahme und das Gebet haben meiner Familie sehr gut getan.“

Der Fürst sei vorbereitet, in Frieden und ohne Furcht gestorben. Das Ganze habe ihm, Ferdinand zu Castell-Castell, gezeigt, wie wichtig es sei, sich darauf vorzubereiten. Schließlich müsse jeder einmal sterben und die Vorbereitung darauf sei man seiner Familie schuldig. Gerne sei die Familie auch weiterhin Gastgeber des traditionellen Treffens.

Zu diesem war diesmal als Hauptrednerin die Abgeordnete aus dem Wahlkreis Kitzingen-Schweinfurt, Anja Weisgerber, gekommen. In ihrer Rede streifte sie aktuelle Ereignisse und ging auch auf den Amoklauf am Montag in Würzburg ein.

Dazu führte sie die Bedeutung von Werten und Maßstäben in unserer Gesellschaft auf. Es gelte, den Schutz des Lebens und der Gesundheit von Geburt an bis zum Tod zu unterstützen. Zu Themen, wie beispielsweise der aktuellen Renten- und Asylpolitik, der Nachhaltigkeit und dem „Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen“ nahm sie Stellung. Sie sehe sich „als ihre Anwältin“, gab sie den Senioren mit. Die Politik könne in vielen Fragen nur den Rahmen vorgeben.

Kinder in historischen Kleidern

Castells Bürgermeister Jochen Kramer streifte in seiner Ansprache die Geschichte Castells, das in diesem Jahr sein 1200-jähriges Jubiläum feiere. Dabei spannte er den Bogen bis in die Gegenwart. Die Geschichte Castells hatten sich auch die Mädchen und Buben des dortigen Kindergartens für ihre Beiträge heraus gesucht. Die Kleinen zeigten in historischen Kleidern zunächst einen kurzen Tanz aus dem Mittelalter.

Schließlich sangen sie mit großem Eifer das „Casteller Lied“, das von Christl Schmid stammt. Auch die Senioren waren gefragt, kräftig mit einzustimmen. Die Gernet-Brüder aus Albertshofen begleiteten und stimmten so manches Volkslied an.