Ein Segelflugzeug. Direkt hinter der Alten Synagoge gelandet. Kann auch sein, dass es auf einem Hänger gebracht wurde. Aber egal – Hauptsache, es ist da. Gleich können alle Kinderakademie-Kinder Pilot spielen und Probesitzen. Zuvor aber wartet noch eine Verabredung in der Alten Synagoge: Der Luftsportclub Kitzingen ist da, um ein bisschen was über den „Traum vom Fliegen“ zu erzählen.

Besondere Vorlesung

Es ist eine ganz besondere Vorlesung, nicht nur wegen des mitgebrachten Fliegers. Die Kinderakademie Kitzinger Land startet ins neue Semester – und kann auf stolze zehn Jahre zurückblicken. Im Januar 2007 ging's los, damals stand zur Premiere eine Reise in die Zeit der Merowinger an – mal eben 1400 Jahre zurück.

Es sollte nicht der einzige Ausflug bleiben: Ins Morgenland ging es ebenso wie nach Grönland, Island und Ecuador. Außerdem wurden die wichtigsten Fragen geklärt. Zum Beispiel, woher der Ketchup kommt. Wie in Roboter funktioniert. Was Chemie ist. Woher das Trinkwasser kommt? Wie ein Frosch in den Hals gerät? Auf alles gab es Antworten.

Das Publikum bleibt immer jung

Die Feuerwehr war schon da. Ebenso wie die Wasserschutzpolizei. 50 Vorlesungen gab es, die mit viel Engagement von einem Team von Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt werden. Während die Organisatoren und Helfer am Samstag zum Start ins zehnte Jahr staunten, wie schnell die Zeit vergangen ist und dass man auch um einiges älter geworden ist, trifft das auf die Zielgruppe so nicht zu – die bleibt sozusagen immer jung. Angesprochen sind damals wie heute Kinder im Grundschulalter im gesamten Landkreis. Pro Vorlesung – mit jeweils bis zu 120 Teilnehmern – gibt es einen Stempel in den Studentenausweis. Wer genügend Stempel und damit unfassbar viel Wissen erworben hat, darf sich als schlauer Kopf über ein schickes Kinderakademie-Diplom freuen.

Dass es auch nach zehn Jahren viel zu entdecken gibt, zeigten Anna Bauer und Bertram Poch vom Kitzinger Luftsportclub. Es ging um den „Traum vom Fliegen“, der die Menschen – wie die Geschichte vom zu hoch fliegenden Ikarus zeigt – schon immer gefangen genommen hat. Lange wusste keiner, ob man vielleicht verrückt wird oder ertrinkt, wenn man sich in die Luft begibt. Weshalb im ersten Ballon zu Versuchszwecken auch ein Tier saß. 1792 saß dann zum ersten Mal ein Mensch in einer Mongolfiere und hob ab.

Hüpfen statt Fliegen

Der erste Mensch, der dann richtig geflogen ist, war 1891 Otto Lilienthal. Wobei das mehr Hüpfen als Fliegen war. 1903 startete dann der erste Motorflug der Gebrüder Wright – ganze 18 Sekunden.

Nachdem noch geklärt war, was Höhen- und Seitenruder sind, was Luft wiegt und dass Kitzingen einen der ältesten Flugplätze in Deutschland hat, ging's raus: Der Flug-Nachwuchs stürzte sich auf das Segelflugzeug, um den Traum vom Fliegen wirklich anfassen zu können.