Es ist jedes Jahr eine besondere Atmosphäre, wenn der Betriebskreis Rohsteingewinnung Franken der Knauf Gips KG in Hüttenheim Untertage die Barbarafeier abhält: Zu den Klängen der Knauf-Bergmannskapelle und des Knappenchors gab es im festlich beleuchteten Anhydritgewölbe am Samstagabend Ehrungen, Berichte und einen Gottesdienst zu Ehren der Schutzpatronin Barbara.

Über eine lange unfallfreie Zeit Untertage freute sich Uwe Schirmer, der Leiter des Betriebskreises: „Für so einen rauen Betrieb und den damit verbundenen gefährlichen Arbeiten ist das eine herausragende Leistung“, sagte Schirmer. In Bayerns größtem Bergwerk wird Anhydrit abgebaut. Als „Investition in die Zukunft“ bezeichnete der Werksleiter zwei neue Ausbildungsberufe, die in Hüttenheim nun angeboten werden: „Ein Bergbautechnologe und ein Aufbereitungsmechaniker haben im September dieses Jahres ihre Ausbildung begonnen.“

„Gute Chancen“ räumte der Geschäftsführer der Knauf Gips KG Christoph Dorn dem Jahr 2016 ein: Im Trockenbau produziere Knauf „modernste Baustoffe“, zahlreiche Investitionen – auch am Standort Hüttenheim – seien für die Zukunft getätigt. Mit der Menge der verkauften Gipsplatten könnte man theoretisch eine „2500 Kilometer lange, zweispurige Autobahn bauen“, so Dorn. Er berichtete außerdem von Überlegungen, mit denen das Unternehmen den Energieverbrauch senken möchte.

Ein „ausgeprägtes Wir-Gefühl“ sprach Betriebsratsvorsitzender Klaus Moik den anwesenden Bergleuten zu. Dieses würde es nicht in jeder Abteilung des Unternehmens in dieser Form geben. Moik berichtete vom Mindestlohn, Spekulationen über Stellenstreichungen und die Arbeit der Bergbaugewerkschaft IG BCE. Für 2016 versprach er sich ein ruhigeres Jahr: „Die Zukunftsaussichten sind nicht schlecht“.

Bergrat Frank Becker berichtete von der Schließung des Bergwerks Auguste Victoria und von Verfüllungen von Untertage-Stollen unter der ICE-Trasse nahe Kitzingen. Bei den Werksleitern bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit. Der Vertreter des Bergamtes ging ferner auf Sicherheitsaspekte ein.

Für mehr Sicherheit sorgten auch die Mitglieder der Grubenwehr, die im Ernstfall verunglückte Bergleute retten: Bei der Untertage-Ehrung erhielt Franz Ruhl das Grubenwehr-Ehrenzeichen in Gold für 20 Jahre, Michael Schwarz und Mario König wurden für 15 Jahre mit Silber ausgezeichnet. Für ihr 25-Jähriges Dienstjubiläum wurden außerdem Dieter Wondrak und Walter Unser geehrt.

Grube Hüttenheim IV: Die 1957 eröffnete Grube Hüttenheim ist das größte Bergwerk in Bayern. Die Anlage ist etwa zwei Quadratkilometer groß und hat eine Streckenlänge von 180 Kilometer. Aus dem in Hüttenheim gewonnen Anhydrit werden Fließestrich- und Compoundprodukte. Auch Rohstein – also unbearbeiteter Stein – wird von der Knauf Gips KG verkauft.