200 Bürger engagieren sich ehrenamtlich in den Ortsverbänden des VdK im Landkreis Kitzingen. 132 von ihnen waren am Samstag der Einladung zum Neujahrsempfang in die Kitzinger Rathaushalle gefolgt. Der Empfang dient traditionell der Geselligkeit und bietet Gelegenheit, den Ehrenamtlichen Danke zu sagen. Musikalisch sorgten einmal mehr die Erlacher Wirtshausmusikanten für Unterhaltung.

Starke Gemeinschaft

Kreisvorsitzender Hartmut Stiller nannte den Sozialverband eine auf allen Ebenen starke Gemeinschaft. Garant dafür sei das harmonische Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt. „Ehrenamt ist das Salz in der Suppe des VdK“, so Stiller. Ohne Ehrenamtliche ginge in den 21 Ortsverbänden im Landkreis gar nichts. Bundesweit seien 23 Millionen Bürger ehrenamtlich aktiv, in Bayern 3,8 Millionen und im Landkreis Kitzingen würden sich sogar über 50 Prozent der Bürger in irgendeiner Form ehrenamtlich engagieren, stellte Stiller fest.

Kritisch äußerte sich der Kreisvorsitzende zu den von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen zur Stärkung des Ehrenamtes. Mit der Anhebung der steuerfreien Übungsleiterpauschale und der Anhebung der Ehrenamtspauschale gehe es wieder einmal hauptsächlich ums Geld. Besser wären Aus-, Weiter-, und Fortbildungen, Praxisberatungen und Supervisionen für Ehrenamtliche, sowie eine Anerkennungs- und Wertschätzungskultur. Als Erfolge könne der VdK verbuchen, dass die Verbesserungen für Pflegebedürftige, aber auch das Thema Altersarmut auf die Tagesordnung kamen und – mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf – dort auch bleiben werden.

VdK-Kreisgeschäftsführerin Roswitha Kramer bat die Ehrenamtlichen um Unterstützung, den Mitgliedern die notwendige Beitragserhöhung um einen Euro zu vermitteln. Der stark steigende Beratungsbedarf mache es erforderlich, zusätzliches Personal einzustellen und die Geschäftsstellen zu vergrößern. Dies betreffe auch Kitzingen.

In Kitzingen seien 2012 rund 2200 Beratungen durchgeführt und 1082 Anträge in den Bereichen Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Renten- und Unfallversicherung sowie Arbeitslosengeld I und II gestellt worden. Bei 428 Widersprüchen und bei 150 Klagen sei man erfolgreich gewesen. Im Bereich Renten sei es gelungen, Nachzahlungen mit einer Gesamthöhe von 315 534 Euro zu erreichen.

Die Mitgliederentwicklung sei, wie in den vergangenen 25 Jahren, erfolgreich verlaufen. Der Kreisverband habe derzeit 9298 Mitglieder. 650 Neuaufnahmen und 65 Zugängen aus anderen Kreisverbänden stünden 170 Sterbefälle sowie 230 Austritte gegenüber. 50 Mitglieder wurden abgemeldet, weil sie keine Beiträge zahlten. Derzeit gehören 10,5 Prozent der Landkreisbürger dem VdK an, freute sich die Geschäftsführerin. Die Sammelaktion „Helft Wunden heilen“ habe das stattliche Ergebnis von 40 936 Euro erbracht. Das sei mehr als ein Euro je Haushalt im Landkreis.

Dank und Anerkennung

Im Namen des Landkreises dankte der stellvertretende Landrat Wilhelm Sturm den Ehrenamtlichen. Ihnen und dem Engagement Kramers sei es zu verdanken, dass der VdK im Landkreis der zweitstärkste im Freistaat sei und bei den Bürgern hohes Vertrauen und Anerkennung genieße.

Dem Dank und der Anerkennung schloss sich im Namen der Stadt Kitzingen Oberbürgermeister Siegfried Müller an, der sich selbst ein Mitglied der großen VdK-Familie nannte und erklärte, er könne nur jedem empfehlen, dem Sozialverband beizutreten.