Adam Straßberger, Bernhard Günther und Heinrich Lang hatten schon mit Annika Röder in der Pferdekutsche Platz genommen als die Gäule scheuten und der Pferdebesitzer die Mitfahrer bat, aus Sicherheitsgründen wieder auszusteigen. Flugs witzelte einer im Umzug über den ehemaligen Kirchweihpräsidenten: „Dem Adam sind die Gäule durchgegangen.“

Bei strahlendem Sonnenschein zog sich der traditionelle Umzug der 114. Kerm durch die Gärtnervorstadt Etwashausen und an der Kronenkreuzung endete unter Tränen die Amtszeit der bisherigen Gärtnerkönigin Clara Kreßmann. Sie gab das Zepter an Nina II. (Markert) weiter, die versprach: „In meinem Reich herrsche jederzeit, Freude und Heiterkeit.“ Die 21-Jährige macht eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten im Kitzinger Rathaus und in ihrer Freizeit widmete sie sich dem Handball und dem Skifahren.

„Wir haben im Rathaus nicht nur intelligente, sondern auch schöne Mitarbeiterinnen“, behauptete Oberbürgermeister Siegfried Müller. Hofrat Walter Vierrether und Kirchweihpräsident Markus Volbers dankte Clara Kreßmann für ihr Engagement und Vierrether verriet, dass sich Nina Markert schon vor ihrer Krönung bei einem Empfang bewährt habe. Dem OB war angesichts des Nachwuchses in Etwashausen nicht bange um die Zukunft der Kirchweih, auch wenn Markus Volbers mit dem bürokratischen Auflagen haderte.

Nachdem die Ausgräber die Kirchweihfässer in die Höhe gereckt hatten, flossen Bier und Bremser und Vorreiter Thomas Günther bekam einen Kurzen vom Walfisch-Wirt Uwe Semmler nach dem Ständerle auf den letzten verbliebenen Etwashäuser Wirt. „Wirtschaften und Stammtische waren für die Gärtner einst Ziele“, meinte Thomas Günther über die gute, alte Zeit. „Doch heut frag ich mich schon lange: Halten uns die Gärtner noch die Stange?“

Auf dem Motivwagen transportierte die Burschenschaft eine große und blumige Schatzkiste. Aus Gemüse und anderem Material bauten die Etwashäuser ein Riesenrad. Gleich am Zuganfang erlebte der kleine Niclas Conrad seine Premiere als Gansträger.