Wie die Würzburger Polizei mitteilt, hatte sich zunächst ein vermeintlicher Kommissar telefonisch bei der 76-Jährigen aus Oberdürrbach gemeldet und ihr erklärt, sie habe einen hohen Geldbetrag in die Türkei zu überweisen. Nur so könne sie einen Strafbefehl abwenden, der gegen die Seniorin erlassen worden sei. Wenig später meldete sich eine Frau bei der Rentnerin und gab sich am Telefon als Richterin aus. Diese bestätigte die Angaben des "Kommissars" und schaffte es dadurch, das potentielle Opfer zu überzeugen.

Das Geld sollte per "Western Union" überwiesen werden. Diese Möglichkeit der Überweisung wurde bereits in der Vergangenheit gerne von Betrügern genutzt. Die Täter gelangen so problemlos an die Beute, ohne ihre Identität preisgeben zu müssen.

Als die Rentnerin diese Art der Überweisung am 7. Januar bei einer Bank in Würzburg anstoßen wollte, wurde sie von dem Bankangestellten darauf hingewiesen, dass sich Betrüger gerne solcher Transaktionen bedienen. Der Hinweis des Bankers machte die Frau schließlich doch noch stutzig und sie verständigte die Polizei.

Ähnliche Telefonnummern

Pikant an dieser Masche ist der Umstand, dass die Telefonnummern, unter denen die Täter anriefen, den entsprechenden Behördennummern zum verwechseln ähnlich waren. Die Betrüger nutzten einen zweifelhaften Internetdienst, der es den Schwindlern ermöglichte, unter der Anzeige einer von ihnen frei wählbaren Telefonnummer bei der Rentnerin anzurufen.

Das Polizeipräsidium Unterfranken rät, dass es im Einzelfall sinnvoll sein kann, die Vermittlungsstelle einer Behörde zurückzurufen und sich mit dem Sachbearbeiter, der angerufen haben will, verbinden zu lassen. Die Behördennummer sollte man sich hierzu aber zum Beispiel in einem Telefonbuch heraus suchen. Die Polizei empfiehlt diese Vorgehensweise in jedem Fall, wenn Zweifel nach einem entsprechenden Telefongespräch aufkommen sollten.