Am 15. Mai dieses Jahres können die Bürgerinnen und Bürger in Wiesentheid über den Standort des neuen Kindergartens in der Marktgemeinde entscheiden. In der Sitzung des Gemeinderates wurde aber nicht nur das Bürgerbegehren als zulässig erklärt. Das Gremium beschloss gleichzeitig die Durchführung eines Ratsbegehrens, bei dem die Bürger zwischen den beiden zur Auswahl stehenden Standorte entscheiden sollen.

Bürgermeister Klaus Köhler (Bürgerblock) hatte den Antrag gestellt, dass gleichzeitig ein Ratsbegehren stattfinden soll. "Die Bürger hätten somit die tatsächliche Wahl zwischen beiden Standorten", so erklärte er seine Absicht.

Zunächst hatte das Gremium das eingereichte Bürgerbegehren für den Standort im Baugebiet "Seeflur III", in der Nähe der Kreuzkapelle, für zulässig erklärt. Für diesen Kindergarten-Standorte hatte eine Bürgerinitiative in den vergangenen Monaten 950 Unterschriften gesammelt, die bei der Prüfung anerkannt worden waren. Die eigens deswegen gebildete Interessengemeinschaft, zu der mit Otto Hünnerkopf und Walter Rosentritt (CSU/Pro Wiesentheid) sowie dem fraktionslosen Michael Rückel drei Gemeinderäte gehören, spricht sich für einen Neubau am Ortsrand aus.

Für und Wider im Gemeinderat

Die IG sich formiert, nachdem eine Mehrheit im Gemeinderat für einen Kindergarten am Lindachsgraben in der Ortsmitte votiert hatte. Einer der Befürworter dieses Standorts ist Bürgermeister Klaus Köhler.

In der Sitzung trugen die Räte die Entscheidung, dass im Ratsbegehren beide Standorte zur Abstimmung stehen, mit. "Eine außergewöhnliche Situation. Wir geben die Entscheidung in die Hände der Bürger", kommentierte Ratsmitglied Otto Hünnerkopf den Vorgang. Sein Kollege Hans Müller (Bürgerblock) hielt es für wichtig, dass man das Ratsbegehren als Alternative anbiete.

Kritik äußerte dagegen Harald Godron (Bündnis 90/Die Grünen). "Das kostet uns viel Geld und auch viel Zeit." Einen strittigen Ratsbeschluss delegiere man an die Bürger, so Godron, obwohl die Abstimmung im Rat mit zehn zu fünf für den Lindachsgraben ausgegangen sei.

Abstimmung per Brief oder im Wahllokal

Für den Bürgerentscheid am Sonntag, 15. Mai, wurden bereits die Details festgelegt. Es wird nur ein Wahllokal in der gesamten Marktgemeinde geben, und zwar das Rathaus in Wiesentheid. Die Möglichkeit zur Briefwahl wird eingerichtet. Sollte es bei der Abstimmung keine Mehrheit für einen der beiden denkbaren Standorte geben, muss eine Stichfrage entscheiden. So können die Bürger in einem Zug über die Fragestellung der IG, des Gemeinderats und über die Stichfrage abstimmen.

In der Sitzung wurde außerdem über den Antrag auf einen Zuschuss der Abteilung Tennis des TSV/DJK Wiesentheid beraten. Dabei ging es um eine Sanierung der Anlage, für die der Verein zuletzt insgesamt 162 600 Euro berechnet hatte.

Bereits seit April 2018 hatte der Punkt das Gremium beschäftigt. Auch diesmal wurde länger und hitzig diskutiert. Ein umstrittener Punkt war die grundsätzliche Höhe des Zuschusses. Die Entscheidung: Die Gemeinde löst das einstige Vereinsheim ab und bezuschusst die Sanierung mit 140 000 Euro.