Mehr Besucher als Gemeinderäte waren am Montag im Rathaussaal in Segnitz versammelt. Grund für das Interesse war die Vorstellung des Vorentwurfes für das Dorfgemeinschaftshaus. Planer und Architekt Jürgen Hertel zeigte die bisherigen Planungen: Das Gebäudeensemble bildet mit der alten Schule eine U-Form, das einen weitläufigen Platz umrahmt. Dabei bildet ein Mittelbau mit einem großen Festsaal das Zentrum. Gut 100 Personen sollen hier Platz finden zum Feiern, Tagen oder anderen Treffen – inklusive Bestuhlung, Bühne und Catering. Eine Küche samt Lagerraum und Kühlzelle komplettiert die Infrastruktur.

Der Haupteingang zum Gebäude wird sich rechts befinden und führt in ein Foyer samt Garderobe. Neben Lagerräumen und WC-Anlagen soll hier im Erdgeschoss auch ein Raum für die Kirchengemeinde entstehen. Außerdem sind Personalraum und WC für den Bauhof geplant. Im Obergeschoss soll ein Vereinszimmer entstehen, zudem bleiben etwa 140 Quadratmeter für ein Archiv übrig. „Das ist zwar weit in die Zukunft geplant“, erklärte der Architekt, aber der Platz dafür sei da.

Und auch im Außenbereich wird es Veränderungen geben: Das Anwesen Gregor wird abgerissen, an seine Stelle treten Parkplätze und im Rückbereich des Neubaus der neue Containerplatz sowie ein Lager für den Bauhof und die bestehenden Garagen der Festgemeinschaft und der Hobbygärtner.

An Schule und Museum wird sich nicht viel ändern. Die Bibliothek und der Jugendraum, die hier im Anbau beheimatet sind, sollen die Räume tauschen. Einen Kniff stellte der Architekt für den Übergang zwischen altem und neuem Gebäude vor: Er möchte hier ein Podium samt Beschattung errichten, das bei Freiluftveranstaltungen genutzt werden kann. Was der Architekt vorstellte, war Ergebnis zweier Vorbesprechungen zwischen dem Planungsteam des Gemeinderats und den örtlichen Vereinen und Gruppierungen.

Die Ideen kamen bei den Räten an, nur Bürgermeister Rudolf Löhr hatte einige Bedenken. Er fragte, nach dem Kostenrahmen für Abriss und Neubau und fürchtete, dass der Unterhalt des Hauses 100 000 Euro im Jahr kosten könnte. Sebastian Kohrmann, der dem Planungsteam angehört, machte klar, dass konkrete Zahlen erst nichtöffentlich besprochen werden sollten: „Es macht keinen Sinn, jetzt mit Zahlen um uns zu werfen und die Leute zu erschrecken.

“ Zudem gehe es in dieser Sitzung nur um den Beschluss, die Zuschüsse des ELER-Programms (Abkürzung für Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) zu beantragen. Dafür ist ein genehmigter Bauantrag nötig – um bis zur Einreichungsfrist im Oktober alles unter Dach und Fach zu bringen, drängt die Zeit. Michael Hecht brachte die Diskussion auf den Punkt: „Bedenken sind angebracht, aber jetzt noch nicht.“ Dieser Meinung schlossen sich die alle an und so wurde Architekt Hertel einstimmig beauftragt, die Genehmigungsplanung und den ELER-Antrag in die Wege zu leiten.

Außerdem auf der Tagesordnung

• Der Antrag auf Beschränkung der Benutzungspflicht bei der Grundwasserentnahme unter anderem zur Gartenbewässerung, den ein örtliches Weingut gestellt hatte, wurde einstimmig positiv beschieden.

• Als Veranstaltung der interkommunalen Allianz Maindreieck findet in Frickenhausen eine Gemeinschaftsaktion statt: Der „Stein zum letzten Abendmahl“ aus drei Tonnen Muschelkalk soll per Muskelkraft am Kapellenberg installiert werden. Freiwillige sind gefragt, bei der Aktion mitzuhelfen am Sonntag, 14. August um zehn Uhr.

• Auch die Gemeinde Segnitz beteiligt sich an der Eingabe zur Staatsforstverwaltung. Mit einem Musterschreiben an die bayerische Staatsregierung möchte sie auffordern, den geplanten Stellenabbau in der Waldwirtschaft nicht durchzuführen. Die Räte beschlossen das einstimmig. Achim Volkamer war wegen persönlicher Betroffenheit an der Abstimmung nicht beteiligt.

• Um die Sanierung der Ortsdurchfahrt vorzubereiten, mussten die Räte einige Straßen in diesem Bereich umwidmen. Die Kirch- und Rathausstraße werden nun zu Ortsstraßen. Teile anderer Straßen sind ab jetzt beschränkt öffentliche Wege. Die Baulast in allen Bereichen geht damit auf die Gemeinde über und ein Schritt in Richtung Sanierung ist getan.

• Löhr informierte, dass der Antrag für die denkmalschutzrechtliche Erschließung im geplanten Baugebiet Schindäcker versandt wurde. Jetzt liegt es an den Behörden, die nächsten Schritte zu tun.