Vor Jahren galt das Gnodstadter Dorffest als Geheimtipp – diesen Status hat das Fest längst abgelegt und hat sich zum Großereignis gemausert.

Denn seit der Vorsitzende des veranstaltenden Männergesangvereins, Winfried Heinkel, im Jahr 2004 das erste Oldtimertreffen während des Dorffestes organisierte, rückte Gnodstadt zunehmend am Fronleichnamsfeiertag in den Blickpunkt.

Tausende Gäste bevölkerten heuer den kleinen Ort, um automobile Raritäten zu bestaunen, Musik zu lauschen oder um Spezialitäten wie den rasch ausverkauften Steckerlfisch zu genießen.

Gleich am Dorfbrunnen schlugen die Herzen der Motorradfans höher beim Anblick einer blau-weißen Harley-Davidson, schräg gegenüber bildete der Marktbreiter Rudi Spörer mit seinem Zweirad aus dem Jahr 1907 einen Kontrast. Der 59-jährige Fahrer des AMC Kitzingen hat ein Triumph-Zweirad ohne Kupplung und Getriebe und gehört damit der Deutschen B-Nationalmannschaft an.

Mit weiteren Oldtimerliebhabern vom AMC Kitzingen, den Mitgliedern von Classic-Cars Kitzingen, dem Sickershäuser Sebastian Herbolzheimer mit seinem betagten A8-Holder und weiteren Teilnehmern hatten einige fast ein Heimspiel in Gnodstadt. „Heuer sind noch mehr Teilnehmer aus dem Würzburger Landkreis und dem Taubertal gekommen“, registrierte Winfried Heinkel und freute sich über das Rekordteilnehmerfeld in der achten Auflage des Oldtimertreffens.

Vom Ford über BMW und VW Käfer bis zum Rolls-Royce waren viele Automobilhersteller vertreten und reichlich Traktoren von Lanz, Eicher, Deutz und dem Mercedes-Unimog säumten das Ausstellungsareal.

Winfried Heinkel selbst ist seit 1995 stolzer Besitzer eines Heinkel-Kabinen-Rollers, die nur zwischen 1956 und 1964 gebaut wurden. Als einen „Rasenmäher mit Dach“ deklariert der Rentner sein Vehikel aus dem Jahr 1956 mit 9,2 PS. „Da bist du abends fertig“, sagt der Gnodstädter, wenn er auf Tagestouren mit seinem historischen Gefährt zu sprechen kommt. Deswegen gebührte dem Klaus-Dietrich Schulz gehörig Respekt, knatterte der in Portugal lebenden 74-Jährige in 13 Tagen Nettofahrzeit doch die 3400 Kilometer aus der Lissabonner Ecke herauf nach Gnodstadt.

Schulz, der wie Winfried Heinkel und dessen Neffe Uwe Heinkel Mitglied im Heinkel-Club ist, hatte sofort sein Kommen zugesagt und genoss die Reise von der iberischen Halbinsel nach Franken. Die 20 Besitzer der Heinkel-Kabinen-Roller, darunter auch ein Sextett aus der Schweiz, zogen die Blicke der Gäste auf sich und unternehmen am Samstag noch eine Ausfahrt rund um den Frankenberg und das Weinparadies.

Im Hof von Sänger-Mitglied Hans Zilk pulsierte das Leben und die über 60 Helfer kamen kaum nach, um die vielen Gäste zu verköstigen. Alexander Mader, Vorsitzender des Turn- und Sportvereins, der zusammen mit den Sängern seit drei Jahren das Dorffest ausrichtet, hatte einen schweißtreibenden Job hinter den glühenden Grillkohlen für die Steckerlfisch-Makrelen, die reißenden Absatz fanden.

„Das ist jedes Jahr unser größtes Fest und unsere wichtigste Einnahme in der Vereinskasse“, beschrieb Winfried Heinkel den Status der alljährlich größten Veranstaltung in Gnodstadt, die bei tollem Wetter wieder ein Volltreffer war.