Die Verantwortung wird größer, die Aufgaben komplexer, der Zeitanspruch intensiver und die Unterstützung der Mitglieder oft weniger. Ehrenamtlich einen Verein zu führen ist in der heutigen Zeit alles andere als einfach. Dieser Trend ist leider auch bei der DJK Stadelschwarzach angekommen. Es findet sich im Moment kein neuer Vorstand, die Neuwahlen mussten erfolglos abgebrochen werden.

Man sollte meinen beim Stadelschwarzacher Sportverein ist die Welt noch in Ordnung. Ist sie eigentlich auch. Der Verein ist gut aufgestellt, zählt über 300 Mitglieder, hat ein Sportheim und Sportgelände in Top-Zustand, beheimatet mehrere Abteilungen und ist nach wie vor das Zugpferd für kulturelle und gemeinschaftliche Veranstaltung in dem rund 500-Seelen Dorf.

Drei Vorstände hören auf

Doch vergangenen Samstag, bei der diesjährigen Jahresversammlung, zeigte sich, dass die Stimmung angespannt ist. Bereits vor der Versammlung ist nach außen gedrungen, dass die drei gleichwertigen Vorsitzenden (Hermann Lorey, Martin Fackelmann, Jürgen Diroll) nicht mehr zu Wahl stehen. Sie hören alle drei auf, die Gründe sind unterschiedlich. Muss Martin Fackelmann aus gesundheitlichen Gründen fortan etwas kürzer treten, stehen bei Hermann Lorey die fehlende Motivation und die etwas ernüchternde Entwicklung der vergangenen Jahre im Vordergrund.

Er habe den Verein sehr gerne gut 14 Jahre an der Spitze geführt, doch wurde die Organisation in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger, vor allem ehrenamtliches Personal für Veranstaltungen zu finden. Wenn Lorey einen Satz nicht mehr hören kann ist es dieser: "Ich habe keine Zeit". Man merkte ihm deutlich an, dass diese Entwicklung dem ehemaligen Fußballer und langjährigen Funktionär der DJK nahe geht.

Neues Konzept – Neue Motivation

Martin Fackelmann, der in seinem Rückblick auf das vergangene Jahr eigentlich viel Gutes zu berichten hatte, unter anderem das gut funktionierende DJK-Biergartenkonzept der vergangenen Monate aufgrund der Corona-Beschränkungen, gab zukunftsweisend den Impuls, eingefahrene Dinge zu hinterfragen, die Zukunft zu überdenken und vielleicht mit Veränderungen und neuen Konzepten wieder etwas Schwung im Vereinsleben zu erzielen. Gefragt sei hier vor allem die nachrückende Generation, die ja schon in Teilen beweise, dass ein Wechsel funktioniert, sind doch im aktuellen Vorstand vor allem in der zweiten Riege sehr engagierte junge Vereinsmitglieder aktiv.

In die gleiche Richtung appellierte auch Vereinsmitglied und an diesem Abend erfolgloser Wahlleiter Dominik Berthel. Er sprach gezielt die jungen Mitglieder zwischen 25 und 40 Jahren an, sich zusammenzusetzen und zu überlegen wie ein modernes, attraktives Modell der Zukunft aussehen könnte – und wenn hierfür fünf Vorsitzende an der Spitze benötigen werden, dann eben fünf. Eine Satzungsänderung wäre hier mit Sicherheit das geringste Problem.

Das Gespräch suchen

Wichtig sei nur, dass die zukünftigen Verantwortlichen gemeinsam an einem Strang ziehen, ein gutes Team bilden und sich gegenseitig motivieren und unterstützen. Denn in einem Punkt waren sich alle anwesenden Mitglieder einig: Bei der DJK Stadelschwarzach muss und wird es selbstverständlich weitergehen.

Aufgrund der Tatsache, dass kein neuer Vorstand gewählt werden konnte, bleiben nun vorübergehend die bisherigen Verantwortlichen im Amt. Hauptaufgabe wird es jetzt sein, das Gespräch mit den Mitglieder zu suchen, um in ein paar Wochen bei der neu angesetzten, außerordentlichen Mitgliederversammlung hoffentlich ein "Konzept und Team der Zukunft" vorweisen zu können.