Ein Brief vom Freizeitland, der bereits vor Weihnachten bei den Mitgliedern des Geiselwinder Gemeinderates einging, sorgte in der Sitzung des Gemeinderates für Gesprächsstoff. Als Bürgermeister Ernst Nickel den Tagesordnungspunkt mit einigen Bauplänen des Freizeitlands aufgerufen hatte, meldete sich Gemeinderätin Margot Burger zu Wort. Sie wolle das offensichtlich als Weihnachtsgeschenk an die Räte gedachte Schreiben vom Freizeitland an die Gemeinde zurück geben.

Dem Brief lag eine Karte bei, mit der die Adressaten freien Eintritt für die Anlage erhalten. Das könne sie nicht annehmen, so die Gemeinderätin, und gleichzeitig über Baupläne des Freizeitparks befinden. Die Austräger der Gemeinde hätten das Ganze verteilt, deswegen wolle sie es auf diesem Wege zurück geben, so Burger. Darauf antwortete Bürgermeister Nickel, er sei nicht die richtige Stelle, um die Karte zurück zu nehmen.

Freikarten für Gemeinderäte werden juristisch geprüft

Verwaltungsleiter Wilfried Hack merkte in dem Zusammenhang an, es bestünden für die Bediensteten der Verwaltung klare Regeln, dass sie keine Geschenke annehmen dürften. Bei Gemeinderäten sei das anders. Er gehe nach wir vor davon aus, dass es trotzdem eine unparteiische Abstimmung gebe.

Sollte das Gremium wünschen, dass es künftig keine Geschenke erhalten dürfe, könne man das in der Geschäftsordnung ändern, so Hack. Gemeinderätin Eva-Sophia Rückel sprang ihrer Kollegin Burger zur Seite. Alle Räte sollten diese Karte wieder zurück geben, sie möchte den Punkt zur Diskussion stellen. Bürgermeister Nickel meinte später, er werde es juristisch prüfen lassen, ob es zulässig sei, dass die Räte Freikarten bekommen. Weiteres könne man erst in der nächsten Sitzung behandeln.

Vom Freizeitland verschickte Freikarten waren viele Jahre in Geiselwind üblich. Wie Bürgermeister Nickel auf Nachfrage erklärte, habe bereits der frühere Betreiber des Parks jährlich Karten an alle Geiselwinder Haushalte verteilen lassen. Das habe bisher niemand moniert.

Gemeinderat stimmte Bauanträgen zu

Die Baupläne, die vom Besitzer des Freizeitlandes, Matthias Mölter, vorgelegt wurden, umfassten zunächst zwei Fahrgeschäfte, sowie eine Imbiss. Diese stünden bereits seit einiger Zeit, monierte Gemeinderätin Burger. Verwaltungsleiter Hack wies darauf hin, dass die gesamte Anlage als Sondergebiet gelte. Die Vorhaben seien zulässig, man gehe davon aus, dass die Bauanträge korrekt gestellt seien.

Für das Überprüfen sei, so Hack, das Landratsamt zuständig. Bürgermeister Nickel erläuterte später, dass die drei Vorhaben noch nicht abgenommen wurden und damit als noch nicht fertig gestellt gelten. Deswegen sei es rechtlich möglich, die Anträge jetzt einzureichen. Die Räte stimmten den Bauanträgen zu.

Unterkünfte für Personal unter Auflagen genehmigt

Weiterhin wurden Pläne vom Freizeitland behandelt, die eine Errichtung von Stellplätzen, Parkflächen und Aufstellung von Containern als Personalunterkünfte vorsehen. Das Ganze sind sogenannte fliegende Personalunterkünfte.

Unter Auflagen genehmigte die Gemeinde die Stellplätze und Parkflächen, sowie vier Wasch- und WC-Container. So muss Antragsteller Mölter für die Entwässerung und für de geplante Trinkwasserversorgung Unterlagen bei der Gemeinde einreichen. Vereinfacht gesagt heißt das, dass eine Kanal- und eine Wasserleitung auf dem Grundstück zu verlegen ist. Wie das Ganze aussehen soll, wie auch zum Punkt Zu- und Abfahrt, soll die Gemeinde laut Bürgermeister Nickel demnächst ein Gesamtkonzept erhalten.