Die Diözese Würzburg wird das Klostergebäude in Dettelbach (Lkr. Kitzingen) übernehmen, wenn Anfang 2017 die Franziskaner den Ort verlassen. Darauf hätten sich die Spitzen von Diözese und Franziskanerprovinz geeinigt, teilt die Pressestelle des Ordinariats Würzburg mit.

Wenn der Vertrag unterschrieben ist, wäre die Diözese Würzburg Eigentümer der Vierflügelanlage, die Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn vor 400 Jahren zur Betreuung der Wallfahrt errichten ließ und dem Franziskanerorden übertrug.

Die Klosterkirche gehört zur Dettelbacher Pfarrei Sankt Augustinus. Pfarrer Uwe Hartmann, der zum 1. März seinen Dienst aufnimmt, wird zugleich Rektor der Wallfahrtskirche sein und – unterstützt von einem Pfarrvikar – die Wallfahrtsseelsorge wahrnehmen.

Das ursprüngliche Inventar des Klosters soll nach Möglichkeit ebenso im Kloster verbleiben wie der dort befindliche historische Bibliotheksbestand. Dessen Erhaltung ist gemeinsames Anliegen von Orden und Diözese, heißt es in der Mitteilung. Für beides sollen Zugangsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit geschaffen werden. Einzelheiten der Nutzung des Klosterareals seien noch festzulegen. In dem Bau mit gut 2000 Quadratmetern Nutz- und Wohnfläche belegt das Pfarramt als Mieter rund ein Viertel der Fläche.

In jedem Fall werde das Kloster weiterhin in erster Linie für die Erfordernisse der Gemeinde- und Wallfahrtsseelsorge zur Verfügung stehen, so die Diözese. Gleichzeitig sollen Wege gesucht werden, wie im Zusammenwirken mit der Stadt und örtlichen Institutionen kulturelle Nutzungen ermöglicht werden können. Geprüft wird vor allem die Möglichkeit, frei werdende Gebäudeteile für die Unterbringung historischer Archiv- und Bibliotheksbestände aus Pfarreien und Einrichtungen der Diözese zu nutzen.