Wenn es warm ist und die Nachrichtendecke ein Riesenloch hat, dann ist Ferienzeit. Die ist dieses Jahr arg intensiv im Landkreis. Der elektronische Terminkalender leidet an akuter Schwindsucht und wenn sich mal ein Thema anbietet, ist der richtige Ansprechpartner meistens im Urlaub.

Die Kehrseite: Der gemeine Reporter darf mal was machen, was abseits der ausgetretenen Nachrichtenpfade liegt. Also beispielsweise mal dienstlich auf Wegen unterwegs sein, die die Schönheit des Landkreises zeigen. So wie die acht TraumRunden, die neuen Rundwanderwege. Und wenn ein Kollege sich in eine Gärtnerei verirrt und dort auf ein hitzeresistentes Eiskraut stößt – das ist eine Geschichte wert.

Fast schon Grabesruhe herrscht in der Lokalpolitik. Stadtrats- oder Gemeinderatssitzungen? Mangelware. Eine Ausnahme bilden die Volkacher, die zum zweiten Mal in der gut sechswöchigen Sommer-Siesta zum Ferienausschuss bitten.

Richtig auf Betriebstemperatur sind etliche Bürgerinitiativen. Die Volkacher Initiative zum Erhalt des Spielplatzes Am Sambühl steuert auf den Bürgerentscheid Ende Oktober zu, die Gegner der Sonderbaulast für die Umgehung Volkach-Gaibach haben das Unterschriftensammeln im Blick, die Widersacher der Windradpläne bei Effeldorf und Bibergau nähern sich der Startlinie fürs Bürgerbegehren.

Immer ein paar Zeilen wert sind auch die Pläne von Finanzminister Söder, der das noch in Würzburg beheimatete Staatsarchiv nach Kitzingen umsiedeln will. Alleine der heftige Gegenwind gegen den Umzug von 24 Regal-Kilometern an Akten und Urkunden aus dem großen Würzburg in den Innopark ist den Griff in die Tastatur wert.

Und jetzt kommt Söder sogar selbst. Am nächsten Dienstag. Ins Landratsamt. Und da will er – laut Einladung – erzählen, dass der Aktenberg nach Kitzingen kommt. Und der Verdacht völlig daneben liegt, dass die 24-Regalkilometer bloß das Loch in der Nachrichtendecke stopfen sollen.

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.