Es gibt ihn also doch noch, den Winter. Ein Anflug von Schneelandschaft am Freitag. Wir wollten schon eine Vermisstenanzeige aufgeben: Gesucht wird eine Jahreszeit, kalt, dunkel-grau, unbeliebt, macht dick. Ist ja so: Im Winter nimmt man zu, weil Bewegung fehlt und die Plätzchen weg müssen.

Außerdem braucht man nun einmal süße Nervennahrung, um gut durch den Winter zu kommen. Das ist wissenschaftlich erwiesen und hat etwas mit der fehlenden Sonne zu tun. Weshalb ein Kollege am Donnerstag loszog, um Gummibärchen zu besorgen. Der Mann schnappte sich zwei Tütchen, stellte sich in eine lange Schlange und als er endlich dran war, erhob die Kassiererin das Wort: „Sie haben schon gesehen, dass drei Packungen im Angebot sind?“

Hatte unser Mann natürlich nicht. Zurücklaufen wollte er aber auch nicht mehr. Weshalb er die Gummibärchen entnervt in die Ecke schmiss und sodann in der Redaktion die Forderung aufstellte, endlich mal was über das immer komplizierter werdende Einkaufen zu schreiben. Darüber, dass der Gang in die Supermärkte anstrengend geworden ist. Dass es immer weniger vergleichbare Packungsinhalte gibt. Dass man vor lauter Aktionen und täglich wechselnden Angeboten gar nicht mehr durchblickt. Bis hin zu dem möglichst klein geschriebenen und schnell zu übersehenden Hinweis: Ab drei Packungen wird's billiger.

Billig – das Stichwort für die Geschichte der Woche. Es war am Mittwochmorgen, als ein Taxifahrer einen etwa 20-jährigen Mann von Würzburg nach Kitzingen in die Gartenstraße chauffierte. Kosten: 33 Euro. Was macht der Fahrgast? Drückt dem Taxifahrer 2,50 Euro in die Hand – und haut ab.

Alles andere als billig kam eine Kitzingerin davon, die in einem Mehrfamilienhaus in der Böhmerwaldstraße mitten in der Nacht von einem Heißhungergefühl übermannt wurde. Doch statt in eine unverfängliche Gummibärchentüte zu greifen, warf sie zwei Schnitzel in die Pfanne. Scheinbar war es mit den Gelüsten dann aber doch nicht so wild. Die Frau schlief ein und wachte erst wieder auf, als Feuerwehrmänner an ihr rüttelten.

Brandheiß ist auch unser Tipp, mit dem wir ein wenig in Ihre Wochenendplanung eingreifen wollen. Gehen Sie doch mal wieder ins Kino. Man muss sich zwar durch ellenlange und nervige Vorschauen kämpfen. Aber für den Film „Ziemlich beste Freunde“ lohnt jedes Opfer. Ein Film, der sich gut anfühlt. Etwa so wie das Knistern einer Gummibärchentüte.

Die Woche blickt samstags zurück auf das, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.