Das gab es bislang noch nie: Die Kitzinger Schreinerinnung bekam bei ihrer Freisprechungsfeier am Sonntag in der Aula der Berufsschule königlichen Besuch. Innungsobermeister Frank Ackermann freute sich, die Fränkische Weinkönigin Marion Wunderlich begrüßen zu können, in einem cremefarbenen Kleid und mit Weinkrone.

Denn die Weinkönigin leistete ihre Schwester Helen Wunderlich aus Tauberrettersheim, die zu den Freigesprochenen gehörte, Gesellschaft. Die junge Dame durfte stolz auf sich sein, legte sie doch die zweitbeste Gesellenprüfung hin. Marion Wunderlich verriet, dass alle drei Schwestern im Hause Wunderlich einen technischen Beruf erlernt haben. Die Weinkönigin freute sich über die drei Schreinerinnen-Junggesellinnen unter den 15 Freigesprochenen, was noch vor 20 Jahren nicht denkbar gewesen wäre.

Als Prüfungsbester zeichnete sich Manuel Schimmer aus Gaukönigshofen aus, den dritten Preis verdiente sich Stefan Markert aus Buchbrunn. „Der Schreinerberuf ist kein Modeberuf, aber modern“, meinte Frank Ackermann und verwies darauf, mit welcher Vielfalt an Rohstoffen die Schreiner zu tun haben. „Drängen Sie sich ruhig nach der Verantwortung“, riet der Obermeister den frisch gebackenen Gesellen. Zudem sollten die jungen Leute jede Chance ergreifen, denn meist

„Ich staune, welch schöne Dinge Schreiner aus einem umgesägten Baum zaubern“.
Michael Bisser, Kreishandwerksmeister

würden sich dadurch weitere Chancen auftun. „Der Chancennutzungsgrad ist mir wichtiger als die Chancen selbst“, erklärte Ackermann.

Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib (SPD) bestätigte die These, dass Schreiner die Menschen glücklich machen können am Beispiel der Sanierung seines Elternhauses. Halbleib versicherte, dass die duale Ausbildung in Deutschland erhalten und gestärkt werden soll und die Politik bestrebt sei, das Meister-Bafög auszubauen. Stellvertretender Landrat Wilhelm Sturm sprach vom Handwerk als Wirtschaftsmacht von nebenan, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilde. Die hiesigen Schreinerfirmen würden aus Ausbildungsquote von elf Prozent überzeugen und der Jugend Perspektiven geben. Walter Heußlein, Vizepräsident der Handwerkskammer Unterfranken, gratulierte den Junggesellen und lobte Frank Ackermann dafür, dass die Kitzinger Innung das Handwerk in ein gutes Licht stelle. In Unterfranken würden 1800 Handwerksbetriebe 19 000 Arbeitsplätze bieten. Wie Heußlein anführte, gibt es aktuell 540 Auszubildende im Handwerk, er bedauerte gleichzeitig, dass noch 53 Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben sind.

Kreishandwerksmeister Michael Bissert sagte, die jungen Frauen und Männer hätten jetzt ein gutes Fundament für ihre berufliche Zukunft. „Ich staune, welch schöne Dinge Schreiner aus einem umgesägten Baum zaubern.“ Die Schreiner-Prüflinge hätten das Gute und Schöne miteinander vereint, wie die Gesellenstücke-Ausstellung „Gute Form“ nach Meinung von Berufsschule-Chef Frank Delißen, eindrucksvoll gezeigt habe.

Die Jury einigte sich auf Kevin Schömig aus Reupelsdorf als Sieger des Wettbewerbs „Gute Form“, die weiteren „Podestplätze“ errangen Florian Ittner aus Markt Einersheim und Angelina Lutz aus Gaibach.

Die neuen Schreinergesellen: Helen Wunderlich aus Tauberrettersheim (Winkler Design, Röttingen), Sebastian Bregel aus Wiesentheid (Firma Haas, Eichfeld), Fabio Cagnazzo aus Würzburg (Firma Mägerlein, Aub), Daniel Geitz aus Feuerbach (Schreinerei Ackermann, Wiesenbronn), Florian Ittner aus Markt Einersheim (Firma Kolenda & Bessler, Giebelstadt), Rene Lang aus Iphofen (Schreinerei Wehr Kaltensondheim), Angelina Lutz aus Gaibach (Firma Schwarz, Wiesentheid), Stefan Markert aus Buchbrunn (Schreinerei Gutjahr, Kleinlangheim), Benjamin Pabst aus Giebelstadt (Firma Kolenda & Bessler, Giebelstadt), Jan Pasdzior aus Astheim (Firma Bandorf, Untereisenheim), Katharina Paul aus Mainbernheim (Schreinerei Ackermann, Wiesenbronn), Manuel Schimmer aus Gaukönigshofen (Firma Endres, Würzburg), Kevin Schömig aus Reupelsdorf (Schreinerwerkstatt Pfriem, Schwarzach), Tobias Weiß aus Enheim (Rückert Treppen, Creglingen), Michael Wirth aus Kitzingen (Schreinerei Hartlieb, Mainbernheim).