Kleinlangheim

Die Suche nach verträglichen Lösung für beide Seiten

Der Antrag der Gemeinde Wiesenbronn auf Durchquerung der Kleinlangheimer Gemarkung für den Abwasser-Zulaufkanal zur Kitzinger Kläranlage zeigte in der Sitzung des Kleinlangheimer Marktgemeinderates, wie viele Aspekte bei einem solchen Unternehmen beachtet werden müssen.
Die Arbeiten für das Kleinlangheimer Baugebiet "Am Graben" sind abgeschlossen, die Grundstücke können nun verkauft werden. Foto: Winfried Worschech

Der Antrag der Gemeinde Wiesenbronn auf Durchquerung der Kleinlangheimer Gemarkung für den Abwasser-Zulaufkanal zur Kitzinger Kläranlage zeigte in der Sitzung des Kleinlangheimer Marktgemeinderates, wie viele Aspekte bei einem solchen Unternehmen beachtet werden müssen.

Am Schluss einigte sich die Ratsrunde ohne Gegenstimme darauf, dass dem Antrag zugestimmt werden kann, "vorbehaltlich der Klärung von Detailfragen", wie Bürgermeisterin Gerlinde Stier formulierte. Sie meinte damit vor allem die Wiederherstellung und den Unterhalt der zur Kanalerstellung benötigten Wege.

Verschiedene Trassen untersucht

Hans-Ulrich Hoßfeld vom gleichnamigen Bad Kissinger Beratungsbüro erklärte, dass verschiedene Trassen untersucht wurden, um einen Kompromiss zu finden. Dabei habe man sich vom Grundsatz leiten lassen, soweit wie möglich im öffentlichen Bereich zu bleiben und eine energetische Optimierung zu erreichen, indem möglichst wenig Höhenunterschiede zu bewältigen seien.

Da etlichen Ratsmitgliedern die Strecke von etwa zwei Kilometern auf Kleinlangheimer Gemarkung nicht schmeckte, verwies Hoßfeld darauf, dass technische Aspekte für diese Strecke ausschlaggebend seien.  Zu einer eventuellen Alternative mit mehr Strecke auf Wiesenbronner Gemarkung sagte der Planer, dass der technische Aufwand höher wäre und zehn Meter mehr an geodätischer Höhe zu bewältigen seien. Das bedeute viel mehr Stromverbrauch. Zudem müssten an Hochpunkten Entlüftungen für die Gasblasen installiert werden, "aus diesen Gründen sind wir auf der vorliegenden Trasse gelandet".

Vorplanung startet

Norbert Heß konnte sich mit der Streckenlänge auf Kleinlangheimer Grund nicht anfreunden und fragte nach den Drainagen, die entlang der für den Kanalbau vorgesehenen öffentlichen Feldwege liegen. Denen müsste dann ausgewichen werden, was durch die geplante offene Bauweise und durch eine baugutachtliche Entscheidung möglich wäre.

Zum weiteren Vorgehen erläuterte Hoßfeld, dass man nun von der Studie auf die Vorplanung übergehe, in der auch der Drainageplan zum Zuge komme und Gespräche mit Privatgrundbesitzern geführt werden müssten. Im Vordergrund stehe dabei eine "beiderseits verträgliche Lösung und es ist gut, wenn sich die beiden Ratsgremien und Bürgermeister einig sind".

Nur eine Absichtserklärung

Die Bürgermeisterin betonte, dass noch Detailpunkte zu klären seien und Informationen zusammen getragen werden müssten, da man für die Trassenführung derzeit nur eine Absichtserklärung abgeben könne. "Denn wir wollen auf lange Sicht keine Nachteile bei einer Zustimmung".  Am Herzen lag ihr aber ebenfalls die weitere gut nachbarliche Zusammenarbeit, "die auch beim Bau von Regenrückhaltebecken von Bedeutung ist".

Das Baugebiet "Am Graben" ist abgeschlossen und die Grundstücke können nun verkauft werden, informierte die Bürgermeisterin. Den Grundstückspreis bezifferte sie auf 133 Euro pro Quadratmeter. Das liege auch daran, dass es wegen der Rechtstreit- und Anwaltskosten aufgrund privater Einwände gegen das Baugebiet rund 119 000 Euro Mehraufwand gegeben habe, was zu einer Erhöhung des Quadratmeterpreises um 4,81 Euro  geführt habe.  "Das waren harte Zeiten", wie sie zu dieser Angelegenheit bemerkte.