"Es war die schlimmste Zeit, die es je gab in unserem Gesangverein Altenschönbach", wenn ein Vorsitzender einen Rückblick auf die vergangenen beiden Jahre so beginnt, merkt man sofort, der Schock und die Belastung über die Coronazeit und ihre Einschränkungen sitzen tief. Bei Musik und Gesang gibt es nun seit über zwei Jahren im wahrsten Sinne einen Stillstand in Altenschönbach und das belastet die Sänger und ganz besonders, Karl-Heinz Fleischmann, den alten und neuen ersten Vorsitzenden des Vereins.

Anfang Februar 2020 wurde die letzte Singstunde abgehalten und dann kam der Lockdown und ab diesem Zeitpunkt war es nicht mehr möglich, mit dem Chor zu proben. Man wollte ja auch nichts riskieren, da die Sänger doch überwiegend in einem gehobenen Alter sind, erklärt Fleischmann. Besonders traf ihn die Tatsache, dass in den letzten beiden Jahren auch einige Mitglieder verstorben seien und man diesen kein Abschiedsständchen singen konnte, wie es eigentlich Tradition und Versprechen ist. Fleischmann hat sich deshalb überlegt, dass die Abschiedsständchen sozusagen am Grab nachgereicht werden, sobald sich alles wieder beruhigt hat und das Proben und Auftreten wieder  möglich ist. Die Idee fand große Zustimmung.

Nach Ostern soll es wieder losgehen

Trotzt der schweren, vergangenen zwei Jahre ist der Blick des Altenschönbacher Gesangvereins 1888 in die Zukunft äußerst positiv. "Wir müssen uns jetzt nochmal zusammenreisen und wir werden wieder singen, das schaffen wir", schwor Karl-Heinz Fleischmann seine Truppe aus aktuell rund 15 Sängern regelrecht auf den Neustart ein. Nach Ostern, so der aktuelle Plan, wolle man sich wieder regelmäßig treffen, um mit den beiden Chorleitern, Erich Zink und Emil Schindler, Männergesang erklingen zu lassen – Balsam für die Ohren und auch für die Seele. Großes Ziel ist schon jetzt das 135. Vereinsjubiläum im nächsten Jahr.

Eine besondere Geste der Verantwortung und Gemeinschaft gab es zum Abschluss der Jahreshauptversammlung, als alle Anwesenden spontan Geld sammelten für zwei ukrainische Familien, die seit drei Wochen bei zwei Gesangvereinsmitgliedern (Familien Anton Eberlein und Familie Rainer Müller) untergebracht sind und sich dort sehr wohl fühlen.

Die Neuwahlen ergaben für die nächsten drei Jahre folgende Konstellation: erster Vorsitzender Karl-Heinz Fleischmann, Stellvertreter und Kassier: Uwe Eberlein, Schriftführerin Gabi Krünes, Inventarwart: Dietmar Hopfengart, Vergnügungswart und Beisitzer passive Mitglieder: Ralf Fleischmann, Beisitzer aktive Mitglieder: Helmut Dornberger, Alfred Stürmer, Burkard Reul und Albert Krünes.