Was wird passieren im Landkreis Kitzingen über die Weihnachtsfeiertage? Wie verläuft das erste Weihnachtsfest im Corona-Modus? Eine Frage, die die Sicherheitskräfte beschäftigt. Und doch ist es jedes Mal nur ein "Blick in die Glaskugel". Nichts ist vorauszusehen, passieren kann viel, und am Ende ist es oft ziemlich ruhig gewesen. Aber diese Formel geht nicht immer auf.

"Das mit den Wohnungsbränden ist Gott sei Dank zurückgegangen", sagt Brandrat Roland Eckert. Die Christbaumbrände mit oft schlimmen Folgen blieben aus. "Die Leute sind vernünftiger und sicherheitsbewußter geworden. Sehr viele haben von echten auf elektrische Kerzen umgestellt", so erklärt es sich der Feuerwehr-Chef.

Unspektakuläre Bilanz

Auch bei den Unfällen blieb es überschaubar. Bis zum zweiten Feiertag mussten die Wehren zu zwei Verkehrsunfällen ausrücken. Ähnlich unspektakulär war die Bilanz der Polizei Kitzingen. "Ruhig ging es her", resümiert Polizeihauptkommissar Matthias Krämer, einer der Wachleiter, die über die Feiertage Dienst hatten. "Die Bevölkerung hat das Ausgangsverbot zu mehr als 95 Prozent umgesetzt." Eine kurze Wallung gab es, als an Heiligabend in den Abendstunden in einem Teilbereich von Schwarzach der Strom ausfiel. "Und das, als viele Familien gerade Bescherung hatten." Der Stromnotdienst hatte die Versorgung nach rund eineinhalb Stunden wiederherstellen können. In dieser Zeit riefen viele besorgte Einwohner bei der Polizei an.

Führerscheine abgegeben

"Hinsichtlich der Personenanzahl bei Familientreffen bestand noch großer Informationsbedarf. Auch in Bezug auf die Ausgangsbeschränkung", berichtet der Polizeibeamte weiter. Geduldig, oft mit Unterstützung eines weiteren Kollegen, wurden alle Fragen beantwortet. Aufgefallen ist der Polizei, dass vermehrt Personen in die Dienststelle kamen, um ihren Führerschein nach einem angeordneten Fahrverbot abzugeben. "Da kommt für einige der Lockdown wohl gerade richtig!"

Auch die Autobahnpolizei in Biebelried hatte eine eher ruhige Zeit. Die berüchtigten endlosen Weihnachtsstaus in Richtung Wintersportorte blieben aus. Ein Tankwart von der Rastanlage Haidt meldet: "Gähnende Leere. So etwas habe ich auf der Autobahn an Weihnachten noch nicht erlebt." Polizeioberkommissar Christian Mark berichtet von einer Häufung von Wildunfällen auf der Fernstraße. "Wahrscheinlich hielten sich die Tiere vermehrt auf der Fahrbahn auf, weil der Verkehr so ruhig war."

Das Rote Kreuz hatte "ein durchschnittliches Einsatzaufkommen", wie der Leiter des BRK Kitzingen, Felix Wallström, meint. Hauptsächlich waren es lebensbedrohende Krankheiten wie zum Beispiel Herzinfarkte und Schlaganfälle, zu denen das Personal aus den drei Rettungswachen des Landkreises gerufen wurde. Und er fügt hinzu: "Auch zu Corona-Verdachtsfällen".