Auf dem Flur vor den Musikzimmern des Egbert-Gymnasiums mischen sich Klavierklänge mit Saxofonhall. 22 Lehrer unterrichten in der gymnasialen Musikschule Kinder und Jugendliche. Früher war das Egbert-Gymnasium (EGM) eine rein sprachliche Schule. Dann wurde der musische Zweig eingerichtet.
Die Schule erfreut sich großen Zuspruchs. Als Oberstudiendirektor Robert Scheller 2002 seinen Dienst antrat, waren es 720 Schüler. Bis zum letzten Jahr ist die Schar auf 1002 Jungen und Mädchen angewachsen.
60 Prozent der Schüler sind Mädchen. Sie fühlen sich angezogen von der Atmosphäre der Schule mit viel Musik und Sport. Das Ganztagesschulkonzept bringt Struktur und Rhythmus in den Ablauf des Unterrichtstages. Träger der Einrichtung ist die Benediktinerabtei Münsterschwarzach, mit der die Schule nicht nur baulich verwoben ist.
Alles wäre perfekt, wenn nicht jeder Cent umgedreht werden müsste. Von Jahr zu Jahr schleppt das Gymnasium ein Defizit mit sich, mal höher, mal niedriger. Das haben alle Schulen in privater Trägerschaft gemeinsam. Sie beklagen, sie würden vom Staat benachteiligt. "Es ist klar, dass eine Schule keinen Gewinn erwirtschaften kann", sagt Robert Scheller, wünscht sich aber von der Politik, sie würde ihre Wahlversprechen einhalten und mehr für die Privatschulen tun.
Das EGM bekommt pro Schüler für elf Unterrichtsmonate zirka 4500 Euro vom Staat. Nach Medienberichten gibt der Freistaat aber für jeden Schüler einer öffentlichen Schule viel mehr aus: zwischen 6000 und 8000 Euro. Zum EGM fließen 500 Euro Schulgeld von den Eltern und jeweils 100 Euro von der Diözese Würzburg und vom Landkreis Kitzingen. Wie das EGM bekommen auch die anderen zwei staatlich anerkannten Privatschulen im Landkreis, die Leo-Weismantel-Realschule Marktbreit und die Mädchenrealschule Volkach, laut Pressesprecherin Corinna Petzold freiwillige Zuschüsse vom Landkreis.
Robert Scheller hat Einnahmen von 4,5 Millionen Euro errechnet. Dem stehen Ausgaben von sechs Millionen Euro gegenüber. "Wir leben vom Engagement der Mönche und der Lehrer", sagt der Schulleiter. "Jeder zeigt seinen guten Willen." Die von der Abtei schon 2004 gegründete Bonifaz-Vogel-Stiftung soll den Bestand der Schule sichern.
Schwester Inge Hörning, die Schulleiterin der Mädchenrealschule Volkach, ist auch unzufrieden mit ihrer Situation. Der staatliche Zuschuss sollte von 66 Euro auf 100 Euro im Monat steigen, aktuell liege er aber bei 75 Euro, sagt Hörning. Für jede der momentan 381 Schülerinnen bezahlen die Eltern 30 Euro Schulgeld.
Auch Peter Wilhelm, der Leiter der Leo-Weismantel-Realschule und der Realschule des Bildungswerks Marktbreit, findet die Zuschusssituation ungerecht. "Wir erhalten 70 bis 80 Prozent der Förderung, die eine staatliche Schule bekommt, das ist nicht in Ordnung", sagt Wilhelm. Der Zulauf sei riesig, manche Schüler könnten nicht aufgenommen werden. Dabei seien schon Räume von der Arbeiterwohlfahrt angemietet. In der nächsten Zeit müsse einiges an dem Gebäude saniert werden. Nicht ohne Neid blickt der Realschulrektor dabei auf das Marktbreiter Gymnasium, in dessen Aufwertung und Modernisierung der Landkreis momentan viel Geld steckt. Wilhelm: "Bei unserer Schule muss ohne Generalsanierung weitergehen."