Die Vorbereitungen für die Operation am offenen Herzen, sprich die Straßensanierung in einem komplett bewohnten Baugebiet, nämlich dem Rödelseer Schlossberg, laufen auf Hochtouren. Viel Feingefühl ist dabei gefragt. Rasche Entscheidungen vor Ort soll ein dazu vom Gemeinderat befugter Bauausschuss treffen. Doch vor Baubeginn stehen noch die Informationsversammlungen für die Anlieger an.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte Bürgermeister-Stellvertreter Bernd Lussert über den Zeitplan und Ablauf. Bei einer Besprechung vor Ort, an der Vertreter des Ingenieurbüros Arz und des Bauunternehmens Gotthard Weeth zusammen mit Bürgermeister Burkhard Klein teilgenommen hatten, wurde festgestellt, dass es äußerst wichtig sei, den Bauablauf sehr sorgfältig zu dokumentieren, gerade in Bezug auf die spätere Abrechnung über die Versicherung des Schädigers.

Im obersten Straßenzug werde mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen. Es komme darauf an, was im Untergrund vorgefunden werde und wie weit die Sanierung erforderlich sei. Darüber hinaus sei festzulegen, ob und wie sich die Gemeinde an den weiteren Kosten, zum Beispiel für die einheitliche Deckschicht der Straße beteiligt.

Baubeginn Mitte Juni 2021

Der Baubeginn ist laut Lussert für Mitte Juni 2021 vorgesehen, das Vorhaben soll bis Ende 2021 abgewickelt sein, wenn keine besonderen Erschwernisse oder Unwägbarkeiten den Baufortschritt einschränken. Vor Ort wird auch regelmäßig der Bauausschuss sein. Diesem gehören Bürgermeister Burkhard Klein, Lars Chrischilles, Otto Lindner und Pascal Amberger an. Stellvertreter sind Bernd Lussert, Hermann Eickhoff, Tobias Hemberger und Ralf Warm. Anfangs wird der Bauausschuss die grundlegende Ausrichtung beschließen und dann im Einzelfall vor Ort Entscheidungen treffen.

Die Entscheidungen betreffen insbesondere Kosten, die neben der notwendigen Sanierung zu Lasten der Gemeinde entstehen, wenn beispielsweise die Deckschicht der Straße nicht vollständig von der notwendigen Sanierung betroffen wäre oder wenn sich Schäden bei Hausanschlüssen oder im Kanalbereich ergeben. Zur Vorsicht stellt die Gemeinde weitere 300 000 Euro in den Haushalt ein.

Kreditaufnahme wird erforderlich

Nach Angaben der Verwaltung ist zu erwarten, dass die Versicherung des Schädigers nicht schnell die Abschlagszahlungen leisten wird. Daher wird der diesjährige Haushalt mit etwa zwei Millionen Euro alleine für diese Maßnahme belastet. Dies sei aus reinen Haushaltsmitteln nicht zu schultern, weshalb eine Kreditaufnahme erforderlich werde, hieß es im Gemeinderat.

Der Informationsabend für die Anwohner und Eigentümer ist für Anfang Juni 2021 geplant. Dieser wird vermutlich im großen Saal des Löwenhofes mit drei bis vier Gruppen von etwa 20 bis 30 Personen – je nach Corona-Lage – stattfinden. Beginn soll um 19 Uhr sein, das Ende gegen 21 Uhr. Die Anwohner und Eigentümer werden laut Lussert rechtzeitig eingeladen. Fragen sollen vorher schriftlich bei der Gemeinde eingereicht werden. Die Anwohner erhalten dann in einer Übersicht die wichtigen Kontaktdaten und den geplanten Baustellenablauf ausgehändigt.