Das war ein Publikumswettbewerb voller Überraschungen: Es gewinnt Jörg Walther aus München den 1. Preis;  im Vorjahr war dies seiner Partnerin Julia Bayer gelungen. Dann hat Edwin Fuchs aus Kolitzheim den 2. und den 7. Preis gewonnen und sich zwei Mal in die Riege der besten zehn Fotografen geschoben. Außerdem ist 2020 nicht das Kitzinger Rathaus der Ort für die Preisverleihung der Wettbewerbsfotos, sondern der Stadtbalkon. Präsentiert werden die Fotos in Geschäften der Innenstadt.

Trotz Corona und dem vorzeitigen Ende der Schau der besten Pressefotografien im Kitzinger Rathaus im Februar und März hatten immerhin 18 500 Besucher aus ganz Deutschland die World-Press-Photo-Ausstellung besucht. Das waren nicht ganz so viele wie im Rekordjahr 2019, als sich fast 29 000 Besucher diese Fotos angesehen hatten, wie Kitzingens Oberbürgermeister Stefan Güntner bei der Preisverleihung am Samstagvormittag sagte. Kitzingen ist zwar der kleinste Ausstellungsort von World Press Foto, aber relativ der größte: Mehr Besucher im Vergleich zur Einwohnerzahl haben weder London noch Paris noch New York noch Tokio oder Sydney.

2021 könnte die 300 000er-Marke fallen

Und darauf sind natürlich alle stolz, die hier Verantwortung tragen: nicht nur der OB, sondern auch Ausstellungsmacher Volkmar Röhrig und Stadtmarketing-Chef Frank Gimperlein, die dies alle in ihren Reden betonten. Und noch eine Zahl: Seit der Premiere von World Press Photo im Jahr 2007 haben tatsächlich rund 280 000 Leute die Ausstellung in der Großen Kreisstadt besucht. Im kommenden Jahr könnte dann die 300 000er-Marke geknackt werden, so zumindest die Hoffnung aller, denn Röhrig kündigte an , dass auch 2021 Word Press Photo wieder in Kitzingen Station machen wird – so es bis dahin wieder möglich ist.

Arbeiten zu "Hier bin ich zu Hause"

Dann wird es auch wieder einen Publikumswettbewerb geben, denn auch der ist sehr erfolgreich. Insgesamt hatten 2020 69 Fotografen ihre Arbeiten eingereicht; die Jury konnte unter 109 Fotos auswählen. Und da diese Jury die Fotos anonym bewertete, wusste sie auch nicht, welcher Name hinter welcher Arbeit steht, deshalb gab es auch gleich zwei Preise für Edwin Fuchs. Die Fotos zum Thema "Hier bin ich zu Hause" sind sehr unterschiedlich: Sie reichen vom Großvater, der seinen Enkel in einer Tonne durch den Garten trägt, über ein Abrisshaus mit Graffiti bis hin zum Schafkopf-Stammtisch.

Alle 109 Fotos sind in den Schaufenstern der Geschäfte in der Innenstadt Kitzingen zu sehen und können auch gekauft werden.

Die Preisträger: Jörg Walther (München), Edwin Fuchs (Kolitzheim), Tina Göpfert (Magetshöchheim), Christine Finster (Donnersdorf), Volker Sebold (Eisenheim), Barbara Kuttenkeuler (Würzburg), Julius Feurich (Albertshofen), Carlotta Fischer (Zell), Sandra Pfister (Zellingen).