In einem Positionspapier hatten sich die Geschäftsleute in der Kitzinger Innenstadt an die Stadt und die Presse gewandt. Ihr Wunsch, das Einzelhandelskonzept endlich zu verabschieden, wurde erhört. Kritische Stimmen gab es dennoch. Neun Stadträte stimmten gegen das Konzept.
Rechts- und Planungssicherheit soll das Konzept den etablierten und den potenziellen Geschäftsleuten in der Innenstadt geben. In den Leitlinien wird unter anderem festgelegt, welche Sortimente in der Innenstadt angeboten werden dürfen und welche nicht. Ohne diese verlässlichen Richtlinien würde kaum ein Geschäftsmann in die Kitzinger Innenstadt investieren, heißt es in dem Positionspapier.
Ob die Richtlinien tatsächlich verlässlich gehandhabt werden, bezweifelten einige Stadträte. "Dieses Haus hat in der Vergangenheit immer wieder Grenzen durchbrochen", meinte Klaus Christof (KIK). Seine Prophezeiung: Bei einem attraktiven Angebot eines Filialisten für eine Ansiedlung auf der so genannten Grünen Wiese wird der Stadtrat auch künftig umfallen. Eine einfache Antwort darauf hatte Andrea Schmidt (ödp) parat. "Wir hätten uns halt schon früher an das Zentrenkonzept halten müssen", sagte sie und erinnerte an die überdurchschnittlich hohe Leerstandsquote in der Kitzinger Innenstadt.
Um diese Quote zu verbessern und neue Interessenten in die Innenstadt zu locken, müsse der Stadtrat dem beschlossenen Konzept treu sein. "Keine Ausnahmen mehr", forderte auch ihr Parteikollege Jens Pauluhn.
Seine liebe Mühe und Not mit der Abstimmung hatte Thomas Rank (CSU). Das Konzept sei ein untauglicher Versuch, die Innenstadt mit Papier zu beleben. Ranks erschreckende Erkenntnis nach vielen Jahren als Stadtrat: "Ich habe es noch nie erlebt, dass hier drinnen ein Konzept umgesetzt wurde." Indem Ansiedlungen in den Randbezirken verhindert werden, könne die Stadt nicht belebt werden. Eine Meinung, die Franz Böhm (ProKt) aus dem Herzen sprach. "Wir kommen mit Verboten nicht weiter." Die Leerstände in der Innenstadt haben seiner Meinung nach ganz andere Ursachen, beispielsweise die Parksituation in der Innenstadt und die hohen Mieten.
Mit 18: 9 Stimmen wurde das Einzelhandelskonzept schlussendlich verabschiedet. Ödp, CSU und SPD waren die einzigen Fraktionen, die geschlossen hinter dem Konzept standen. "Alles andere wäre ja auch eine Verschwendung von Steuergeldern", meinte Andreas Moser (CSU) und erinnerte an die schon entstandenen Kosten in Höhe von 30 000 Euro. Dr. Brigitte Endres-Paul (SPD) erinnerte an einen Antrag ihrer Partei, ein zusätzliche Stelle für das Flächenmanagement in der Verwaltung zu schaffen. Das Abstimmungsverhalten im Finanzausschuss nannte sie völlig unlogisch. "Erst waren alle dafür, dann dagegen." Insofern handelten die Stadträte mit ihrer Zustimmung am Donnerstag wieder ä