In einem Waldstück bei Untersambach wohnt die Elfe Walburga. Wer sie dort einmal besuchen und dabei noch vieles weitere entdecken will, der kann das bei einem Spaziergang tun. Mit viel Fantasie haben Margot und Franz Will einen "Elfenweg" angelegt.

Der wird mittlerweile von vielen Spaziergängern angenommen, das sieht man an einem Postkasten, den die Wills am Wegesrand an einer markanten Stelle hingestellt haben. In diesen kann man mit der Elfe Walburga kommunizieren, ihr Nachrichten schreiben. Das tun mittlerweile einige, womit die Wills nicht gerechnet haben, wie sie zugeben.

Die Rolle der Elfe nimmt Margot Will ein. Ihr bereitet es Freude, die Botschaften, die meist von Kindern kommen, zu beantworten. Die freuen sich, bedanken sich für den netten Weg mit den kleinen Abwechslungen. Bisweilen bekommt die Elfe sogar kleine Geschenke. Einen Glückskeks, Gummibärchen, einen Blumenkranz und manches mehr, habe sie schon gekriegt, sagt Margot Will.

Post für Elfe Walburga 

Zwei-, dreimal die Woche schaut sie mit ihrem Mann Franz nach, ob wieder Post da ist. Das Nachrichten beantworten, Basteln und so weiter, hält die Mitt-Sechziger ganz schön auf Trab. "Da haben wir was angefangen", sagt Franz Will und schmunzelt. Denn entlang des Weges haben sie viele kleine Stationen geschaffen, die es zu erkunden gilt. Kleine gebastelte Sachen, Tiere oder Blumen, oder etwas aus der Natur. Immer wieder wird etwas Neues hinzugefügt.

Auslöserin des Ganzen war die neunjährige Enkelin Sophie, mit der die Großeltern gerne mal im Wald spazieren gehen. Um das für die Kleine interessanter zu machen, ließen sich die Wills zunächst eine Art Schatzsuche einfallen, bei der sie immer kleine Dinge entlang der Strecke versteckten. Das gefiel dem Mädchen. "Sophie ist eine Märchentante. Wir lesen ihr immer Geschichten vor oder erzählen ihr eine", erklärt Margot Will.

Dann erzählte sie ihrer Enkelin eines Tages eine Geschichte von einer Elfe, und dass sie diese beim Spaziergang im Waldstück mal suchen solle. Mit der Zeit kamen weiterer Waldbewohner dazu, Eidechse, Fledermaus, Ente, Igel, Schnecke, Maulwurf, und so weiter. Ein paar hundert Meter lang mag der Weg insgesamt sein. Auf diesen kamen neue, von den Wills kreierte Stationen hinzu, die es zu finden gilt. "Die Leute sollen ruhig ein bisschen laufen und suchen", meint Margot Will. Ideen hat sie noch einige, wie sie meint.

Geschichte soll weiter geschrieben werden

Ihre Geschichte von der Elfe Walburga und den Waldbewohnern will Margot Will weiter schreiben. Allein schon, weil ihre Enkelin bei den Besuchen stets frage und nachschauen wolle, was es neues aus dem Wald und von der Elfe gibt. "Vielleicht kommt irgendwann ein Zwergenwald hinzu", überlegt Will.

Sie kennt das Waldstück bei Rüdern aus ihrer Kindheit. Margot Will wuchs in Altenschönbach auf, um später in die Gegend von Fulda zu ziehen. Dort lebte sie mit ihrem Mann, ehe beide vor drei Jahren wieder zurück nach Wiesentheid zogen. "Das Leben hier, die Natur und den Wald genießen, das gefällt uns beiden", sagt sie. Mit ihrem Elfenweg haben sie einen Grund mehr dazu.

Zum Elfenweg gelangt man über die Kreisstraße Geesdorf - Untersambach. Etwa 300 Meter vor Untersambach führt der Wanderweg W3 aus Richtung Wiesentheid in den Wald. Von dort Richtung Rüdern laufen. Der Elfenweg beginnt im Wald und ist etwa 500 Meter lang. Von der Straße aus dürften es insgesamt etwa 1,5 Kilometer Fußweg sein.